kehr weiter verunmöglicht blieb. Das Regierungsamt schrieb aufge- bracht nach Feldkirch, dass man dem Aufblühen des Handels- und Gewerbeverkehrs einen schweren Hemmschuh anlege, wenn man nun den wichtigsten Gemeinden des Landes ihren Verkehr mit der nächsten Schweiz absperre, und dass, was auf der einen Seite durch die Zoll- einigung gewonnen worden, auf der andern Seite grossenteils verloren gehe.115 Österreich lag indessen nichts an einem regen Handel der liechten- steinischen Gemeinden mit der Schweiz. Es scheute zudem die Kosten für die neuen Zollämter, die es vertragsgemäss hätte unterhalten müs- sen. Endlich spielte eine starke Verstimmung gegenüber der Schweiz mit: Das österreichische Handelsministerium fügte am 15. Juni 1853 der Mitteilung ans Ministerium des Äussern, wonach ein Zollamt in Schaan unnötig und nur mit Unkosten verbunden sei, die Bemerkung hinzu: «Jenes Begehren geht eigentlich von der Schweitz aus, und de- ren Beziehungen zu Österreich in neuester Zeit bieten überdies nicht den mindesten Grund dar, um für dieselbe besondere Rücksichten vor- walten zu lassen.»116 Denn die Schweiz gewährte politischen Flücht- lingen Asyl, diese aber unterstützten besonders vom Tessin aus tat- kräftig den italienischen Widerstand gegen Österreich; gerade im Jahre 1852 hatten die schlechten Beziehungen zur Schweiz einen kriegsge- fährlichen Tiefpunkt erreicht.117 Auf dringendes Ersuchen von liechtensteinischer Seite118 und auf Einschreiten der schweizerischen Gesandtschaft in Wien119 ordnete Österreich zwar 1853 trotzdem die Errichtung eines Zollamtes bei der Fähre in Vaduz an.120 Doch da nun die st. gallische Regierung die Öffnung der Fähre Sevelen-Vaduz für den Zollverkehr von der Auf- stellung eines zweiten Zollamtes in Schaan abhängig machte, Öster- 115 Regierungsamt an k. k. Kameral-Bezirksverwaltung in Feldkirch, 26. Nov. 1852, HK 1861/5377 (ad 1852/13754). 116 Handelsministerium an Ministerium des Äussern, 15. Juni 1853, HHSTA A. A. F 59/6. 117 Vgl. Gagliardi II, S. 1409 ff., 1435 ff., 1461 ff.; Bonjour, Schweiz, S. 489 ff. 118 Regierungsamt an Fürst, 13. Dez. 1852, HK 1861/5377 (1852/13754). 119 Schweiz. Gesandtschaft an Aussenminister Buol-Schauenstein, 1. Sept. 1852 und 30. Nov. 1852, HHSTA A.A. F 59/6. 120 Finanzministerium an Ministerium des Äussern, 18. Juli 1853; Ministe- rium des Äussern an Schweiz. Gesandtschaft in Wien, 25. Juni 1853; ebda. 209
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.