zu finden.23 Ohne Zweifel war das Bild nicht zu schwarz gemalt. Im ersten Landrat war die isolierte Stellung des Landes im Juni 1849 als erste der dringenden Zeitfragen vorgestellt worden.24 Im Herbst 1849 beauftragte der Landrat aber noch einen Ausschuss mit der Ausarbei- tung der liechtensteinischen Zoll- und Weggeldtarife, die provisorisch für ein Jahr gültig sein sollten;25 offenbar war man skeptisch gegen- über einer baldigen Änderung der Situation. Doch knüpfte nun anfangs des nächsten Jahres der Fürst mit dem österreichischen Kabinett Verhandlungen über Zollerleichterungen an.26 Landtagspräsident Karl Schädler bat darauf den Fürsten, bis zu einer deutschen Zolleinigung, auf die man weiterhin hoffte, bei Österreich die freie Einfuhr der liechtensteinischen Erzeugnisse zu erlangen. Da Liechtenstein mehr Handwerkserzeugnisse beziehe als selber ausführe, bestehe für den Vorarlberger Handwerkerstand keine Gefahr, und über- dies wäre es nur billig, wenn Österreich für die freie Ausfuhr seiner Waren nach Liechtenstein Gegenrecht hielte. Schliesslich wies Schädler auf einen weiteren Umstand hin, der für Österreich eine Regelung wünschbar machen musste: Von Liechtenstein aus wurde ein lebhafter Schmuggelhandel nach Österreich betrieben, zumeist von Österreichern selber; der Landrat wäre nun gerne bereit, im Falle eines Entgegen- kommens zu einem wirksamen Schmuggelverbot im Fürstentum mit Prämien und Strafen Hand zu bieten.27 Im Jahre 1852 erwuchsen schliesslich aus der zollpolitischen Situation Österreichs und Deutsch- lands die Voraussetzungen für eine Lösung Liechtensteins aus seinem inselhaften Dasein. 23 Vorarlberger Zeitung, 28. Apr. 1849, S. 173 f. Ähnliche Klagen wiederholten sich, z. B. Vorarlberger Zeitung, 28. Sept. 1849, Nr. 52, S. 214. 24 Referat, siehe oben S. 162 Anm. 23. 25 Prot, vom 19. Dez. 1849, LRA Schädler Akten 330. Die Tarife fanden sich allerdings nicht. 26 Dies geht aus dem Schreiben Karl Schädlers an den Fürsten hervor, 19. März 1850, LRA Schädler Akten 333. ' 27 Ebda. 190
        

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