Liechtenstein waren ein ganz entsprechender Teil eines deutschen und europäischen Gesamtvorganges. Indessen waren die vier Jahre seit der Märzrevolution nicht ungeschehen zu machen: Das liechtensteinische Volk war sich seiner Souveränität bewusst geworden, es hatte aber ebensosehr deren Grenzen und den Sinn einer Ordnung einsehen ge- lernt. Die politischen Rechte waren geübt, Verantwortung gekostet worden. Der Fürst hatte die Ansprüche seines Volkes anerkannt und war gesonnen, sie ins Verfassungsrecht und in die Wirklichkeit um- zusetzen. Die konstitutionelle Regierungsform war bereits über wenig- stens eine Landtagsperiode hinweg mit Leben erfüllt und in einer Art Hauptprobe durchgespielt worden. So waren sich die beiden Partner im Staat, Fürst und Volk, auch nach dem Rückschlag über die zukünf- tige politische Gestalt des Fürstentums einigermassen im klaren. In dieser Einstellung auf eine bestimmte freiheitlich-fortschrittliche Rich- tung, im unbedingten Anspruch darauf, in der zeitweiligen Vorweg- nahme späterer Errungenschaften und in der Schulung des politischen Denkens liegt für Liechtenstein die Bedeutung dieser wenigen Jahre, die zu einem weiteren Bewusstseinswandel der liechtensteinischen Bevölkerung führten und die Grundlagen zu einer Entwicklung legten, die ein Jahrzehnt danach erst dauernd anhob. 184
        

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