Truppe in die Heimat zu verlangen, den Fürsten zu gleichem Einschrei- ten zu drängen und sich jedenfalls über die Situation des Kontingents dauernd genau zu informieren. Begründet wurde das Verlangen ausser- dem damit, dass diese 55 Mann die einzigen einsatzfähigen Truppen Liechtensteins darstellten, deren das Land jetzt zur Sicherung der eige- nen Ordnung bedürfe.45 Das Regierungsamt kam dem Auftrag des Landrates ungesäumt nach;48 der Fürst seinerseits billigte zwar das Bestreben, Liechtenstein aus der badischen Revolution herauszuhalten, nur musste er der von den deutschen Regierungen noch anerkannten Reichszentralgewalt die Entscheidung überlassen,47 die denn auch ne- gativ ausfiel.48 Das liechtensteinische Kontingent wurde so trotz der Bemühungen des Landrates, des Regierungsamtes, des Fürsten und des liechtenstei- nischen Gesandten bei der Niederschlagung des badischen Aufstandes, der immerhin von der überwiegenden Mehrheit der badischen Be- völkerung getragen wurde, verwendet. Nicht geringe Aufregung ver- ursachte im Kontingent wie im Fürstentum der, wie sich in Sigmarin- gen zu Beginn des Feldzuges herausstellte, nahezu unbrauchbare Zu- stand der Gewehre. Der Kommandant des Bataillons schrieb, dass ein schlechter Büchsenmacher seit undenklicher Zeit an den Stutzen he- rumgepfuscht haben müsse, «so dass fast kein Stück der wesentlichen Bestandtheile aufeinander passt.»49 Doch waren wenige Tage vor dem Ausmarsch die Gewehre in Dornstutzen abgeändert worden, jedoch derart mangelhaft, dass nicht mehr getroffen wurde. Das Kontingent beruhigte sich erst, als es teils neue, teils Ersatzwaffen erhielt.50 In 45 Prot, der Landratssitzung vom 23. Mai 1849, LRA Schädler Akten 318; Karl Schädler an Regierungsamt, 23. Mai i849, ebda.,'ad 318; ebenso LRA XXVII/F2, Nr. 265. 46 Regierungsamt an Fürst, Reichsministerium, Holzhausen und Bat.kdo., 25. Mai 1849, LRA XXVII/F2, ad 265. 47 Fürst an Menzinger, 31. Mai 1849, ebda., Nr. 6173. 48 Holzhausen an Menzinger, 7. Juni 1849, ebda., Nr. 1509. 49 Niedermayr an Menzinger, 8. Juni 1849, ebda., Nr. 22. 50 Moritz Menzinger, JBL 1913, S. 45 ff.; Tagebuch v. P. Rheinberger, 25. Mai 1849, AFRh. — Eine Anschaffung von mehr als 50 neuen Stutzen lehnte der Landrat aber kurzweg ab, wie auch die sofortige Reparatur der alten Waffen; Menzinger an das Bat.kdo., 6. Juli 1849, LRA XXVII/Fa, ad 289/318. 167
        

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