das Kontingent nach Sigmaringen ab, um sich mit den beiden Hohen- zollernschen Kontingenten auf den Weg nach Schleswig-Holstein zu machen.40 • Kaum war jedoch das Kontingent ausgerückt, so brach in Baden die Revolution aus; ihr Ziel war die demokratische und soziale Republik. Preussen und die Reichszentralgewalt setzten ihre Truppen dagegen ein 
41 und die Kontingente von Liechtenstein und Hohenzollern wurden, nun zum Einsatz in Baden bereitgestellt.42 Das erregte «grosse Besorgnisse und Mißstimmung im Fürsten- thume».43 Denn nun war die Verwendung des Kontingents eine zwie- spältige geworden. In Baden war es gerade die Armee, die sich zuerst fast geschlossen der Revolution zuwandte. Es schien keineswegs sicher, ob nicht auch die Hohenzollernschen Fürstentümer, in denen die repu- blikanischen Tendenzen stark waren und sich das Militär als äusserst unzuverlässig erwiesen hatte,44 auf die Seite der Aufständischen treten würden. Das liechtensteinische Trüppchen hätte sich kaum heraushalten können. Der Landrat schaltete sich daher in seiner ersten Sitzung vom 23. Mai ein und forderte das • Regierungsamt einstimmig auf, beim Reichsministerium die unverzügliche Entlassung der liechtensteinischen dieser ebenfalls mitziehen müsse, würden sie wieder eintreten; Menzinger drohte mit kriegsrechtlicher Aburteilung. Menzinger an die Gemeinden Balzers und Triesen, 13. Mai 1849, ebda., ad 240. 40 Menzinger an Fürst und an Holzhausen, 15. Mai 1849, LRA XXVII/F2, ad 245 u. 238. Den ganzen Auszug schildert Moritz Menzinger, der ihn als Leutnant im Kontingent miterlebte, JBL 1913, S. 44 ff. Wichtigste Quelle ist aber das ausführliche Tagebuch des ändern teilnehmenden liechten- steinischen Leutnants Peter Rheinberger, vom 20. Sept. 1848 bis 1. Juni 1850 geführt, AFRh. 41 Huber II, S. 872 ff. 42 Holzhausen an Menzinger, 13. Mai 1849, LRA Schädler Akten 316. 43 Menzinger an Fürst, 25. Mai 1849, LRA XXVII/F2, ad 265. 44 So schon 1848, siehe oben S. 75. — Die Situation in Sigmaringen und He- chingen war auch jetzt wieder gespannt,' der Ausmarsch ihrer Kontingente kam nur mit vielen Schwierigkeiten zustande, unter Revolutionsdrohungen und Insubordinationen, so dass sich Oberst Niedermayr als den «unglück- lichen Kommandanten dieses Bataillons» beklagte; Gönner, S. 150 ff.; Tagebuch v. P. Rheinberger, 20. u. 29. Mai 1849, AFRh.; ähnlich Brief v. P. Rheinberger aus Sigmaringen an seine Eltern, 15. Mai 1849, AFRh H 3. 166
        

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