und werde ich für Österreich halten so gut ich kann.»98 Gleich in den ersten Tagen seiner Anwesenheit liess er sich daher in den «Österrei- cher Klub»99 und in den «Pariser Hof» aufnehmen,100 wo er sich eifrig betätigte.101 Dem letzteren, einer Absplitterung des rechten Zentrums in der Paulskirche, gehörten neben der Mehrzahl der Österreicher viele nord- und süddeutsche Abgeordnete an, die grossdeutsch und betont föderalistisch dachten.102 Ein Mittelweg zwischen dem Einheitsstaat und dem alten lockeren Staatenbund schien Schädler erstrebenswert: «Medium tenuere beati. Ich denke wir werden auf eine Bundesverfas- sung kommen, ähnlich der schweizerischen.»103 Ausserdem hatte sich Schädler auch in einen Klub des linken Zen- trums aufnehmen lassen; er wollte sich aber vorerst nicht darin betäti- gen, obwohl er der Linken zuneigte.104 Er stimmte denn auch in der Paulskirche bei den Beschlüssen über die deutsche Verfassung durch- wegs mit der Linken,105 ausgenommen, wenn es um Österreich100 oder um Liechtenstein ging. Mit der linken Minderheit der Versammlung trat er ein für ausgedehnte Volksrechte,107 insbesondere für das unbe- 98 Karl Schädler an Rud. Schädler, 9. Jan. 1849, LRA Schädler Akten 310. 99 Der «Österreicher Klub» muss eine kleinere Gruppe gewesen sein, deren Programm schon im Namen aufscheint. 100 Siehe oben Anm. 98. 101 «Dies nahm meine Zeit bis jetzt so in Anspruch, dass ich von Morgens 9 Uhr bis Nachts 10 Uhr mit Ausnahme von 2 — 3 Stunden beständig in Sitzungen verweilte», Schädler an Menzinger, 2. Febr. 1849, LRA XXVII/Fs. 102 Huber II, S. 804, 617. 103 Karl Schädler an Rud. Schädler, 10. Febr. 1849, LRA Schädler Akten 312. 104 «Zuerst muss die österreichische Sache, die ich mit unserer identisch halte, abgethan sein, dann werde ich erst meiner individuellen politischen Meinung so gut wie möglich folgen.» Siehe oben Anm. 98. 105 Dies geht aus den namentlichen Abstimmungen vom 13. Jan. bis 30. Apr. 1849 hervor, Verh. Nat.Vers., S. 4666 ff. 106 Schädler stimmte am 13. Jan. 1849 gegen einen Antrag, der das Reichs- ministerium ermächtigen sollte, mit Österreich gesandtschaftliche Ver- bindungen anzuknüpfen, womit Österreich als ausserhalb Deutschlands stehend betrachtet worden wäre; Verh.Nat.Vers., S. 4233 f., 4666. — Ver- schiedene österreichische Anträge unterstützte Schädler namentlich; ebda., S. 4779 f., 5649, 6010. - Ähnlich ebda., S. 5211, 5934 ff. 107 So für ein ausgedehntes Petitions- und Beschwerderecht, Verh. Nat.Vers., S. 5600 ff.; für freie, von der Regierung unabhängige Wahl der 
Gemeinde- 144
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.