vertrat Liechtenstein vom 8. Januar 1849 an in der Paulskirche.89 Seine Aufgabe war eine doppelte: einerseits die Mitwirkung an der Reichs- verfassung in der Nationalversammlung, andererseits die Einflussnahme beim Reichsministerium in Frankfurt zugunsten besonderer Anliegen des Landes, nämlich der Berücksichtigung der kommerziellen Sonder- stellung Liechtensteins bei den Kontingentsanforderungen und der Be- seitigung dieser Sonderstellung. Darin versah er eigentlich zugleich die Funktion eines vom Volk statt vom Fürsten beauftragten liechtensteini- schen Gesandten bei der Zentralgewalt. Nicht genug, dass Liechtenstein sein Kontingent auf 140 Mann er- höhen ^sollte,90 hob die Nationalversammlung Ende des Jahres 1848 auch noch die bisher den Kontingenten der Reserve-Division gewährte Befreiung von der Stellung von Kavallerie und Artillerie auf, indem sie verpflichtet wurden, einen Ersatz an Infanterie dafür zu stellen; damit hätte sich das liechtensteinische Kontingent um weitere 60 Mann auf 200 erhöht.91 Dieser Anforderung Folge zu leisten war wegen der misslichen Lage des Landes unmöglich.92 Schädler konferierte mehr- mals mit den Reichsministern und hielt ihnen vor Augen, dass es ihre. Aufgabe sei, Liechtenstein in handels- und verkehrspolitischer Hinsicht erst den übrigen Teilen Deutschlands gleichzustellen, ehe sie es zu gleichen Leistungen wie jene heranzögen. Mit Hilfe von Holzhausen erreichte Schädler, dass das Reichsministerium wenigstens die zusätz- lichen 60 Mann wieder erliess.93 89 Verh.Nat.Vers., S. 4477. 90 Siehe oben S. 92. 91 Reichskriegsministerium an Oberst Haym in Sigmaringen, 16. Dez. 1848, LRA XXVII/Fa, ad 697; Haym an Regierungsamt, 26. Dez. 1848, ebda., Nr. 697. - Vgl. Quaderer, S. 64. 92 Karl Schädler an Pfarrer Rud. Schädler in Bendern, 9. Jan. 1849, LRA Schädler Akten 310. 93 Bedingung war allerdings, dass das Kontingent mit Stutzen bewaffnet würde; Schädler an Menzinger, 2. Febr. , 1849, LRA XXVII/Fa, o. Nr.; Schädler an Rud. Schädler, 10. Febr. 1849, LRA Schädler Akten 312; Rud. Schädler an Karl Schädler, 20. Febr. 1848, LRA Schädler Akten, 313. - Menzinger, dem das Militär Schwierigkeiten machte, schrieb am 28. Febr. 1849 an Schädler nach Frankfurt, dass die erlangte Erleichterung zwar etwas sei, «aber am Ende ist uns das in der Wirkung gleichgültig, ob 140 oder 200 Mann uns steinigen.» LRA Schädler Akten 314. 142
        

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