— 93 — Marquards Besitzungen Wasserburg und Hegi waren mit Pfandschasten so schwer belastet, daß sie nicht mehr tragen konnten. Daher entschloß 
er sich znr Veräußerung derselben. Am 16. De- zember 1374 erschien er mit seinem Sohne Burkart vor dem kaiserlichen Landgericht nnd erklärte, sie wollen ihren Hos zn Hegi nnd ihre Burg zu Wasserburg (die unterdessen wieder einiger- maßen instand gesetzt worden sein mag) mit Leuten und Gütern und Weingürten, was immer zn Hof nnd Burg gehöre, an die Brüder Ulrich uud Rudolf v. Ebersberg verpfänden. Sie sehen sich dnzn gezwungen wegen der Schuld, die diese Herreu v. Ebers- berg') für sie dem Hans'Brenner zu Lindau und audereu Gläu- bigern bezahlt haben. Sie versprachen den Känsern dafür, Bürgen zn sein nnd auch Marquards Frau zu veraulasseu, daß sie auf ihre Rechte zu Hegi und Wasserburg Verzicht leiste (Reg. 188). Aber mit dieser Uebertragnng war vielen anderen Gläubigern uicht geholfen; auch sie forderten Befriedigung ihrer Ansprüche. Marquard 
scheint sich dazn nicht beeilt zu haben; vielleicht konnte er auch nicht mehr. Es kam so weit, daß das Landgericht die Acht über ihn nnssprach nnd ihn als Aechter öffentlich ausschrieb. Aber auch das erweichte das Herz des verschuldeten Ritters nicht. Im Jahre 1376 
beschwerte sich daher der Landrichter 
beim bischöf- lichen Offizial zu Konstanz, weil Mürk v. Schellenberg sich um das Landgericht uud seine Achterklürnngen nnd Entscheidungen gar uicht kümmere, und bat, ihm gegen den Ungehorsamen mit geistlichen Strafen zn Hilfe zn kommen und über denselben den Kirchenbann auszNsprechen. Letzteres geschah auch wirklich. Nach- dem auch die Mahnung der kirchlichen Behörde vergebens gewesen war, sprach der bischöfliche Offizial über den Geächteten den Baun aus uud befahl deu Pfarrherreu zu Lindau uud Wasserburg, deu Geächteten und Exkommunizierten nochmals persönlich zn mahnen. Der Offizial waudte sich in dem Schreiben auch an den Betrof- fenen, daß er innert 15 Tagen sich von der Acht befreie, widrigen- falls er der öffentliche» Exkommunikation verfallen und als solcher öffentlich auszurufen wäre (Reg. 192). Wirklich ließ es Marqnard so weit kommen, wie wir ans Reg. 231 ersehen. Kaum hatten die v. Ebersberg die Herrschaft Wasserburg und das Hosgut Hegi in Händen, als sie dieselben mich schon, ') EverSberg bei Neukirch, O>-A. Tettnang.
        

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