— 47 — sandten verstanden es, dem hl. Vater die Verhältnisse in Deutsch- land uud die Absicht der Kläger in einem solchen Lichte darzu- stellen, daß sie mit größerer Befriedigung nach Hause zurückkehrten als ihre Gegner. Sie konnten zum Kaiser nach Kolmar zurück- kehren mit der Meldung, Bonifatius VIII. wolle ihn anerkennen nnd einst in Rom zum Kaiser krönen. Am 1. Juli 1302 lernen wir auch die Gemahlin des Mar- quard kennen, Elisabeth v. Schönenberg.') Die Burg Schö- nenberg lag bei Bischofszell im Thurgau. Dieser seiner Gemahlin schenkten Marquard und sein Bruder Ulrich das Dorf Leim- nan^) bei Tettnang mit allem Zubehör und den Kirchensatz (das Patronatsrecht der Pfarrpfründe) daselbst. Die Urkunde wurde zu Ravensburg ausgestellt. Diese Besitzungen waren am 26. Juli 1269 vom Kloster Kempten an das Domkapitel zu Konstanz ver- liehen worden. Vom letzteren waren sie also an die v. Schellen- berg als sog. Afterlehen übergegangen. Aber wozu diese Schenkung an Frau Elisabeth? Marquard war bereits auf Jahren, vielleicht auch leidend und wollte seiner Gemahlin für den Fall seines früheren Ablebens einen so schönen Witwensitz besorgen, wie er ihn bei seiner Verheiratung durch die Morgengabe ihr zn geben noch nicht in der Lage war (Reg. 96 u. 97). Aus dem folgenden Jahre 1303 wird uns weder von ihm noch von seinem Bruder etwas berichtet. Hingegen treffen wir den Marquard wieder gegen Ende Juli des Jahres 1304 zu Ulm am königlichen Hoflager. Der König Albrecht gab dort dem Grafen Eberhard v. Württemberg nach beendeter Fehde mit ihm um seiner Dienste willen für 2000 Mark Silber Unterpfand und ernannte als Schiedsrichter den Grafen Burkart v. Hohenberg, den Marquard v. Schellenberg und den Wolfram v. Stein, um allenfallsige spätere Anstünde, 
die sich zwischen ihm uud dem Grafen ergeben sollten, zu schlichten (Reg. 99, 100 uud 101). Damals rüstete der König zu einem Kriege gegen Böhmen und sammelte auch iu Schwaben Streitkräfte. Bei ihrem hohen Alter ist es sehr unwahrscheinlich, daß die beiden Brüder v. Schellenberg" cm Die v. Schönenberg waren Ministerialen des Bistums Konstanz. Friedrich v. Sch. erscheint als solcher am 1. Juli.1251. 2) Limnau, jetzt 500 Einwohner; seit 769 als Lehen v.St. Gallen er- wähnt mit dem nahen Orte Apstau.
        

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