— 46 — ab und wählte dazu mit einigen geistlichen Herren auch seinen bewährten Diener, unsern Marquard (Reg. 88). Der Erfolg dieser Reise uach Rom war nicht besonders günstig. Uuter den Gesandten war auch der Propst Johanu v. Zürich, der als Pro- tonotar des Königs dies Rechtfertiguugsschreiben verfaßt hatte, das von Unwahrheiten wimmelte. Er wurde zur Strafe dafür aller seiner päpstlichen Privilegien beraubt. Darum war die Auf- nahme in Rom ungnädig und die Gesandten sollen, wie begreif- lich, nicht guter Dinge heimgekehrt sein.') Zu Lichtmeß des fol- genden Jahres war er wieder am Hoflager des Königs zn Ulm (Reg. 96), und im Mürz 1301 zu Konstanz, wo beide Brüder mit den Grafen Hugo und Rudolf v. Werdeuberg, Heiurich Wal- ter und Konrad v. Ramschwag und anderen Edlen dem König Bürgschaft leisteten für die Summe von 2360 Mark Silber, die er für Geschmeide der Stadt Augsburg (die den Goldschmied hatte be- zahlen müssen), schuldete, und für 185 Mark Silber, die er von Juden entlehnt hatte (Reg. 94). Am 29. April war Marqnard mit seinem Bruder Ulrich, seinem Sohne Tölzer, des Bruders Söhnen Marquard und Eglols zu Ravensburg, wo er in Gegenwart derselben und anderer Edlen den Ritter Ulrich v. Wombrechts zum Verzicht auf gewisfe Ansprüche zu gunsten des Klosters Weingarten bestimmte (Reg. 820). Im Jahre 1301 übernahm Marquard zum zweitenmal eine königl. Sendung an den Papst, deren Erfolg unbekannt ist. Im Jahre 1302 wurde er zum drittenmal vom König nach Rom abgesandt mit dem Propst Johann v. Zürich und dem Kon- rad Münch v. Basel. Der Köuig stellte seinen Gesandten die Vollmacht aus, in allen Angelegenheiten des Reiches zn verhan- deln, insbesondere aber des Königs Schnldlosigkeit in betreff des Bannes, der Verfolgung der Kirchen, weshalb er vor den Päpst- lichen Stuhl geladen war, zu erweisen. Die geistlichen Kurfürsten nnd andere Bischöfe hatten wegen Beeinträchtigung ihrer Gerecht- same gegen den König Klage beim Papste erhoben. Aber die Ge- In der Notizensammlung der Württemb. Chronik des Johann v- Schönfeld im k. Archiv zu Stuttgart heißt es, die Gesandten seien traurig zurückgekehrt, da der Papst ungnädige Antwort gegeben. Der Verfasser ver- legt zwar diese Gesandtschaft in das Jahr l3W, aber damals war der Papst schon günstiger gestimmt.
        

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