— 42 — der älteste Sohn des großen Königs Rudolf, ihres Gönners, son- dern der Graf Adolf v. Nassau als König aus der Wahlurne her- vorging. Sie hielten trotzdem in Treue zu dein Habsburger. Aus den Urkunden des Jahres 1293 lernen wir eine Tochter Marquards kennen mit Namen Amelia. Sie hatte den Ritter Bnrkart Dietrich v. Ramschwag geheiratet, war aber in diesem Jahre schon Witwe. Die beiden Brüder ihres f Mannes, die Ritter Heinrich Walter und Konrad v. Ramschwag verlausten am 15. Febr. des genannten Jahres gedrückt von großer Schuldenlast, in die sie wahrscheinlich durch die Fehden der letzten Jahre geraten waren, ihre Besitzungen zu Bregensdorf und in Rankweil, sowie den Leib- eigenen Walter von Bregensdorf nnd sein Weib und ihre Kinder dem Konvent zu Salem. Diese Güter waren Eigentum des Klosters St. Gallen und die v. Ramschwag hatten sie nur zu Lehen; des- halb mußte auch das Kloster St. Gallen seine Einwilligung zu dem Verkaufe geben. Das Kloster Salem mußte dafür jährlich 1 Pfd. Wachs nach St. Gallen entrichten. Der Verkauf geschah auch für die noch minderjährigen Kinder ihres Bruders Burkart. Bürgen für die Kinder waren bei dem Verkaufe Graf Hugo v. Werdenberg, Rudolf und Dietrich v. Güttingen, Johann v. Bod- man, Rudolf uud Heinrich v. Sulzberg uud Marquard (Groß- vater der Kinder) und Ulrich v. Schellenberg (der Großvheim). Weil aber die Witwe Amelia auf jenen Gütern ihre Morgengabe von 75 Mark Silber versichert hatte, wurden ihr für dieselben im Walgau und zwar in und bei Nenzing soviele Güter abge- treten, daß sie jährlich 10 Mark Einkünfte davon bezog. Darauf verzichtete Amelia auf jenes Unterpfand am 25. Aug. zu Rheineck im Beisein ihres Vaters Marquard und des Oheims Ulrich (Reg. 329). Offenbar saßen die v. Ramschwag nnd Amelia mit ihren Kindern auf der Burg zu Rheineck, die dem Kloster St. Gallen gehörte. Ihr Vater Ulrich v. Ramschwag, der im Jähre 1292 starb, war zuerst königlicher Untervogt und dann Vogt, d. h. welt- licher Güterverwalter des Klosters St. Gallen gewesen. Unter König Adolf scheinen die beiden Brüder v. Schellen- berg königliche Statthalter in Oberschwaben geblieben zu seiu. Als am 10. April 1293 das Kloster Kempten seine Be- sitzungen in Unterrot an den Bischof von Augsburg verkaufte, geschah das, wie die Urkunde ausdrücklich bemerkt, mit Ein-
        

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