— 37 — dieser Grafschaft mißfiel dem König, der durch unzufriedene Kon- ventualen des Klosters und durch deu königlichen Untervogt des- selben, Ulrich v. Ramschwag, noch mehr gereizt wurde. Bald kam es zum offeneu Kriege zwischen dem König und dem Fürstabt Wilhelm. Auf Seite des Abtes standen seine Brüder, Graf Hngo v. Montfort-Tettnang uud Friedrich, Bischof zu Chur. Auf des Königs Seite standen, mit vielen königlichen Dienstmaunen, auch die Grasen v. Werdenberg, der alte Graf Friedrich v. Toggen- bnrg und die Brüder Ulrich nnd Marquard v. Schellenberg. Die St. Gallischen Burgen wurden eine nach der anderen vom König belagert und trotz.tapferer Gegenwehr eingenommen. Abt Wilhelm 
wollte sich mit dem König aussöhnen und reiste zu ihm iu die Nahe vou Ulm. Der Burggras Friedrich v. Nürnberg führte ihn zum Köuig, der iu seinem Zelt am Brettspiel saß. Der König stand auf, grüßte den Abt und sprach: „Jr Hand dem Rich uud uus das grüßt Laster (Schmach) getan, das im (ihm) je be- schach, sid ich Küng ward", woraus der Abt das Knie bengte und antwortete: „was ich getan hab, das ich das bessern wil nntz (bis) an üwer Gnad." Man 
verständigte sich, indem der Abt alle Be- sitzungen, die das Kloster früher deu Herreu v- Rapperswil ge- liehen hatte, den Söhnen des Königs zu Lehen gab. Der Abt kehrte traurig nach St. Galleu zurück. Aber der Friede war nicht von langer Dauer- Zwistigkeiteu mit Ulrich v. Ramschwag, dem der König die Vogtei über das Kloster St. Gallen verpfändet hatte, sowie die Unzufriedenheit der im Aufwands eingeschränkten Konventherren, die die Absetzung des Abtes verlangten, ließen, da der Köuig im Anzüge ans St. Gallen war, nichts gutes ahnen. Tatsächlich ernanute der König aus eigener Machtvollkommenheit oder richtiger gesagt, gegen alles Recht den Abt von Kempten, Konrad v. Gnndelfingen, zum Abte vou St. Gallen, setzte deu Abt Wilhelm ab und drohte jedem mit Acht und Bann, der ihm Hilfe leistete. Nun ging der Krieg aufs neue los. Bischof Fried- rich zu Chur kam seinem bedrängten Bruder, 
der sich zur Wehre setzte, zn Hilfe, ebenso die anderen Brüder, die Grafen v. Mont- fort. Hart mitgenommen wurde das Gebiet des Grafen v. Mont- fort zn Tettnang. Am 15. Oktober 1288 war der König in Biberach und nnter den Herren, die um ihn waren, und den Kriegszug mit ihm mitmachten, war auch Marquard v. Schelleu- 3
        

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