— 34 — großen Schaden zugefügt und dessen Vater Konrad und seine Söhne drohteu mit Zufügung noch größeren Schadens. Es handelte sich um Lehen des Klosters St. Gallen. Das Kloster rief die Hilfe der königlichen Statthalter an. Durch die Mannschaft der- selben und des Klosters wurden die genannten Brandstifter ge- fangen genommen uud eiuige Zeit iu Ketteu gehalten, bis sie als Schadenersatz Besitzungen in Grünenbach'), die sie vou Swigger Thumb v. Neuburg zu Leheu hatten, und andere Güter dem Kloster abtraten und schwuren, fortan sich ruhig zu verhalte«. Auf Ver- wenden des Klosters erklärten die Herren v. Schellenberg, an den gefangenen Uebeltätern eine weitere Bestrafnng nicht mehr vor- nehmen zn wollen (Reg. 41). Marquard allein entschied im April 1285 einen Streit zweier Ritter (Joh. v. Summerau und Werner v. Oberhofen) wegen eines Hofes. Er wird in der betreffenden Urkunde „der witzige mau" genannt. Als Zeuge dabei fuugierteu auch Swigger und Heinrich v. Schellenberg. Im Herbste desselben Jahres war Marquard Zeuge zu Schattbuch (Reg. 42 u- 43). Das alte Seelbuch (Jahrtagbuch) vou Wasserburg sagt zwar über die Tätigkeit der beiden Landvvgte: Waren anch die Brüder Herr Ulrich und Herr Marquard v. Schelleuberg geschickte, für- sichtige und weise Mauuen, also daß ihnen von König Sorge und Pflege (Verwaltung und Justiz) des, oberen deutschen Landes nicht unbillig übertragen ward, die so fürsichtig uud bescheiden regieret, daß, wie wohl anderswo im Reich großer Krieg entstanden war, sie doch ihr Gebiet mit gutem Frieden in stiller Genügsamkeit be- schirmten. In Wirklichkeit aber scheinen die Landvögte nicht imstande gewesen zu sein, aller Gewalttat zu wehren. Im Gegen- teil war trotz des Landfriedens, den der Köuig mit dem Herzog von Bayern im Jahre 1282 geschlossen hatte, wieder allenthalben in Schwaben Gewalttat und Unrecht eingerissen und wurden Feh- den ohne Eude geführt. Da erneuerte anfangs Februar 1286 der König auf dem Reichstag zu Augsburg deu Landfriedensver- trag mit dem Herzog von Bayern. Diesmal wurde Schwaben nicht mehr in zwei Gerichtsbezirke eingeteilt, sondern für das ganze Schwabenland wurden vier Friedensrichter aufgestellt und Bci Herlazhofen, O. A. Leutkirch, Württemberg.
        

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