— 23 — Marquard tritt im Jahre 1227, wie wir gesehen, mit der Familie Tumb in St. Gerold auf, wird aber einfach Marquard v. Schellenberg genannt. Die betreffende Stelle der Chronik lautet: „Hsiurious lumd patrurrs eorum, Uar^uarÄuL äs Loelleobsrori". Soviel ist außer Zweisel, daß Marquard nicht ein Brnder der Donatoren, der Gebrüder Tumb, war, denn sonst wäre er hier als solcher aufgetreten; er wäre dann Bruder auch >- geuaunt worden, und nicht blos als Zeuge, sondern als Mit- donator dabei tütig gewesen. Die Teilnahme an dieser Familien- angelegenheit nnd der Umstand, daß sein Name zwischen denen der beiden Oheime Heinrich Tumb und Marquard v. Rankweil steht, weist darauf hin, daß er in ähnlicher Eigenschaft zur Fa- milie gehörte. 30 Jahre später 
nennt sich derselbe Marquard einen genannt v. Schellenberg, weil er nicht mehr auf Schellenberg wohnte, vielleicht schon seit seiner Verheiratung nicht mehr. So wurden die v. Schellenberg nachher, nachdem sie nach Schwaben gezogen waren, gewöhnlich bezeichnet, weil sie eben nicht mehr auf der Burg saßeu. vou der 
sie sich nannten^). Die auf der Stamm- burg saßen, 
nannten sich einfach „v. Schellenberg". Dieser Ritter Marqnard 
bediente sich aber im Jahre 1255 eines Siegels, dessen Wappen nicht das Tumb-Schellenbergische war und die Umschrift hatte: Nar^uarcli äs r^rivillduro (Marquard v. Neuburg). Er uaunte sich also auf dem Siegel von dem Orte, wo er saß oder von der alten Stammburg seiuer Familie. Er 
nannte sich nicht eineu Tumb v. Neuburg, weil er uicht von dieser Linie war. Und doch wohnte er damals offenbar auf der unterm Neuburg. Er nannte auch den Rudolf, genannt Böhm, und den Ulrich, ge- nannt Tumb, (beide Ritter von Neuburg) seine nexotss, welches Wort sowohl Neffen als auch Eukel bedeuten kann. Er konnte sie auch seine Nepoten nennen, wenn sie die Nepoten seiner Gemahlin Jta waren. Wenn Jta ihre Tante war, so war er ihr Onkel ') So verlangte, es der allgemein übliche Sprachgebrauch. So z. B. kam eben um diese Zeit ein Herr v. Neiffen in den Besitz der Grafschaft Mar- stetten und nannte sich dann „Graf v. Marstetten, genannt v- Neiffen". Er stammte eben von Neiffen. Baumann, Gesch. d. Allgäus, Bd. II, S. 13. — Ein „Johann genannt v. Trisun" verkaufte im Jahre 1347 Güter an das Kloster St. Luzius. Er stammte von Triefen, wohnte .aber nicht daselbst, da er Pfarrer in Untervaz war; daher „genannt v. Trisun".
        

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