— 20 des Papstes Seite stand, hart mitgenommen. An dieser Fehde hatte sich auch unser Marqnard und zwar auf kaiserlicher Seite beteiliget. Obwohl er der Vogt dieses Klosters über dessen Be- sitzungen in uud um Rankweil war, schädigte er dasselbe gerade in diesen Besitznngen iu arger Weise. Das Kloster führte schließlich wegen den vielen, durch die staufische Partei zugefügten Erlitteu- heiten Klage beim Papste uud im 
Jahre 1253 erhielt der Päpst- liche Legat der Schweiz, der Propst von Jttingen, den Auftrag, die Sache zu untersuchen. Es 
stellte sich heraus, daß der durch Marquard v. Schellenberg verursachte Schaden 
auf 36 Mark Silbers sich belief. Marquard schien endlich zn einem Ersatz bereit zu seiu, was deu Bußpredigten des berühmten Mönches Berthold von Regensburg zu verdanken sein soll, welcher im Jahre 1256 auch iu dieser Gegeud, in Sargans und Graubündeu predigte und unter anderem durch eiue seiner Predigten über ungerechtes Gut deu Ritter Albrecht v. Sax bewog, das Schloß Wartenstein und die Vogtei darüber dem Kloster Pfäfers zurück- zugeben '). Dieser gewaltige Bnßprediger scheint auch aus Mar- quard v. Schelleuberg eingewirkt zu Habens; denu unter dem 3. April 1256 stellte er eine Urkunde aus, durch welche er, wie er iu derselben sagt, jeden Vorwand zum weitern Streit beseitigen wollte 
(Reg. 15). Er nennt sich Marqnard, Ritter, genannt v. Schellenberg, und urkundet, daß er auf sein eigenes Heil bedacht, alles Unrecht gegen die Klöster, soweit er könne, wieder gut machen wolle. Da nun das Kloster Krenzlingen in seinen zn Rankweil und Umgebung gelegenen Besitzungen von ihm beschä- diget und durch lange Zeit beunruhiget worden sei, habe 
er sich entschlossen, aus seinen Besitzungen der Uebereinkuuft gemäß Schadenersatz zu leisten. Daher trete er dein Kloster von seinem Gute, Zurhube genannt, eine Wiese, die „Jndenmädern" heißt, und 10 Jnchart Ackers, die daran stoßen, ab. Diese Güter waren sein freies Eigentum und er trat sie dem Kloster auch ins freie Eigentum für immer ab. Er hatte zn dieser Uebertragnng auch die Einwilligung und volle Schenkung von Seiten seiner Gemahlin Jta uud semer Tochter Anua. Er 
behielt sich selbst aber den 1) Kirchenlcxikon von Wetzer u. Weite, 2. Auflage, Band 2, S. 478. 2) Freiburger Diözesenarchiv, Band 9, S. 270 (Beiträge zur Kloster- geschichte von Krenzlingen, von F. X- Staiger).
        

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