— 15 — betrachtet und für immer in Anspruch genommen. Zwar suchten später König Rudolf I. und seine ersten Nachfolger solche Gebiete wieder für das Reich zurückzufordern; aber es gelaug ihnen nicht immer. In welchem Verhältnisse nun die kleine Herrschaft Schellen- berg zum Reiche stand, darüber sind wir nicht sicher unterrichtet. Vielleicht war sie welfischer uud dann hohenstausischer Besitz. Viel- leicht auch ward sie von der alten Grafschaft Bregenz durch die Hoheustaufen abgetrennt und als Lehen oder Eigentum den Schellenbergern übergeben. Solches geschah ja nicht selten und wir wissen, daß nach des Königs Philipps Tode (f 1208) diese so Beraubten dann ihre Nachbarn besehdeten, um Verlorenes und noch mehr zn gewinnen. Zu deu erbittertsten Feinden der Hohen- staufen und ihrer Partei gehörten ja gerade die Grafen von Montfort nnd möglicherweise gerade aus dem erwähnten Grunde. König Otto IV. mußte- im Jahre 1209 selbst einschreiten, den Grafen Hugo von Montfort bändigen, aber auch die Dienstmannen der Hoheustaufen zur Waffenruhe zwingen. Am wahrscheinlichsten aber ist, daß Schellenberg Reichsgnt nnd die Herren v. Schellenberg Reichsministeriale waren, die aber, von allen Seiten von der Grafschaft Montfort nmgeben, in den Zeiten der größten Unsicherheit, nachdem ein Herzog v. Schwaben nicht mehr existierte, unter den Schutz der Grafen v. Werdenberg sich begaben und in ein Vasallenverhältnis zu ihnen traten. Die Grafen v. Montfort-Feldkirch dürften gefährliche Nachbarn gewesen sein und vielleicht haben wir hier einen Grnnd des gespannten Verhältnisses, das zwischen den beiden Linien dieses Hauses Mont- fort-Werdenberg bestand. Dieses Verhältnis hinderte 
sie, sich nach dem Beispiele vieler anderer Territorialherren zu Reichsnnmittel- baren zn erschwingen; dennoch aber standen sie im Range über deu Landfreien, weshalb die v. Schellenberg in den Urkunden stets vor denen v. Sax, welche Freie waren, ihre Stelle haben. Die Herrschast Schellenberg stand im Abhängigkeitsverhültnis zn der älteren Linie der Montfvrter Grafen, nämlich zu deu Grafen von Werdenberg. Wie wir aus den Verträgen ersehen, die aller- dings lange nachher zwischen den Rechtsnachfolgern der Herren v. Schelleuberg, nämlich den Grafen v. Werdenberg-Heiligenberg zn Bludenz, und den Besitzer,? der anderen Hälfte des Eschner-
        

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