schreiten solche Forderungen zurück, obwohl mehrere Gemeindever- treter erklärten, dass sie die Unterschrift nur «mit Angst und Zittern» geben könnten und von ihren Gemeinden keinen guten Empfang zu gewärtigen hätten.252 Diese Aussagen, auch wenn sie zum Teil über- trieben sein mochten, zeigen doch, dass das Volk von einer starken Erregung erfasst worden war, die noch geschürt wurde von inneren Zwistigkeiten. Als aber wenige Tage darauf die fürstliche Verordnung vom 22. Februar, deren Initiant Pokorny war, publiziert wurde, machte sie doch einen so starken Eindruck, dass der Landvogt der Hoffnung Ausdruck geben konnte, der «Gang der Dinge (werde sich) nach und nach zum Besseren wenden».253 Diese Wendung trat auch rasch ein. Schon am 10. März konnte das Oberamt der Hofkanzlei mitteilen, dass in Folge des «herabgelangten höchsten Befehls» in Schaan innerhalb der fest- gesetzten drei Tage die Richterwahl erfolgt sei.254 Unter den drei vor- geschlagenen Männern befand sich auch Ferdinand Walser, um den der ganze Streit entstanden war.253 Das Oberamt aber nahm auf ihn keine Rücksicht, sondern bestimmte Lorenz Tschetter, einen «einsichts- vollen und redlichen Mann» zum Richter.256 Die Bestätigung dieser Wahl erfolgte am 14. April durch den Fürsten,257 der gleichzeitig dem Landvogt für sein Verhalten seine Anerkennung aussprach und auch der Gemeinde Schaan gegenüber Gnade walten Hess. Diese wurde aber ernstlich ermahnt, sich fernerhin von allen «faktiösen Umtrieben und einseitiger Partheisucht» fernzuhalten, da jede Abweichung vom ge- setzlichen Wege ihr «zum Nachtheile gereichen müsse».258 252 1. c. 253 1. c. 254 LRA NR 28/10, 10. März 1832; OA an HKW. 255 1. c. Die drei Vorschläge waren: Ferdinand Walser, Lorenz Tschetter und Johann Hilti. 256 1. c. 257 LRA NR 28/10, 3263pol., 14. April 1832; HKW an OA. 258 1. c. 99
        

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