nachgebe, so würden andere Gemeinden dem Beispiel von Schaan fol- gen. Auch diesmal tauchten wieder die Namen der beiden Schlegel Franz Josef und dessen Sohn Ferdinand auf, die vom Oberamte be- schuldigt wurden, in den Gemeinden die Bürger aufzuhetzen durch ihre Behauptungen, dass es jetzt notwendig sei, solche Männer zu Rich- tern zu wählen, die das Landwohl erkennen und sich nicht alles ge- fallen lassen würden.215 Dies sei aber nur ein Gegenstand der Wirk- samkeit dieser Ruhestörer, berichtete das Oberamt. Indem sie die Auf- teilung der Gemeinheiten forderten, die doch nur zu Strittigkeiten füh- ren würden, gelinge es ihnen, den grossen Anhang derjenigen zu ge- winnen, die «Nichts zu verlieren haben, aber gern Viel gewinnen möchten».218 Die Aufteilung der Gemeinheiten war ein Streitobjekt, das schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts einerseits die Einwohner der Gemein- den unter sich in Uneinigkeit brachte und andererseits Anlass zu Aus- einandersetzungen zwischen dem Oberamt und den Gemeinden gab.217 Das Oberamt drängte auf Aufteilung der Gemeinheiten, da es in jeder Gemeinde Anwärter gab, die zwar ein Anrecht auf Zuteilung von Ge- meindeboden hatten, für die aber kein Teil mehr bereitstand, weil die Gemeindebürger sich weigerten, noch mehr Gemeindeboden auszu- teilen.218 Diese Ungleichheiten gaben Anlass zu Zwisten und immer wieder wurde von den Zugsberechtigten eine Neuzuteilung von Ge- meindeboden verlangt. Der Gemeindeboden besitzende Teil hingegen verteidigte zähe seinen zum Sondernutzen gewordenen Anteil an den Gemeinheiten und sträubte sich gegen den Zugug Fremder und die Bil- dung neuer Anteilsberechtigter.219 Vom Oberamt aus musste auf eine allzu straffe Durchführung der Anordnungen bezüglich der Aufteilung verzichtet werden, da die Gemeinden zu stark an den übernommenen 215 I.e. , 216 I.e. 217 cf. Büchel, Gemeindenutzen, 19 f., 22 ff., 33 ff., 135 ff.; Malin, 112 f. Die Gemeinheiten bestanden in Wäldern, Weiden, Auen und Alpen. Bei der Aufteilung handelte es sich nur um Weiden und Auen. 218 cf. Büchel, Gemeindenutzen, 20. 219 1. c, 23. In Schaan erfolgte auf Grund einer Gemeindeversammlung an 157 Haushaltungen eine Aufteilung von Gemeinheiten, ebenso 1838 auf neuerliches Ansuchen von Anwärtern, cf. Büchel, Gemeindenutzen, 145. 92
        

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