brachten Beschwerden untersuchen sollte.59 Inzwischen traf ein weite- res Schreiben des Landvogtes über «ausgebrochene Unruhen» ein.60 Die Hofkanzlei wusste sich nun nicht anders zu helfen, als sich ein zweites Mal an Metternich zu wenden und um Rat zu bitten, wie man die Aus- hebung der Rekruten vornehmen solle, ohne «die dortigen Unterthanen in Aufregung zu bringen».61 Dieser scheint auch bereitwillig seine Meinung migeteilt zu haben, denn noch am gleichen Tag wurde dem Oberamt aufgetragen, die Aushebung der 55 Mann durch das Los so- gleich vorzunehmen, die Mannschaft sodann ärztlich untersuchen zu lassen, in steter Bereitschaft zu halten und die Standeslisten dem Bundesgesandten Leonhardi zu übersenden.62 Von Wien aus wurde mit besonderem Nachdruck die Rekrutierung der Mannschaft verlangt, weil mit beiden Hohenzollern Verhandlungen im Gange waren wegen der Formierung eines gemeinschaftlichen Bataillons und mit Bayern we- gen Zuteilung des Kontingentes an die Bundesfestung Landau.63 Die Kommission, die inzwischen von Wien abgereist war,64 machte in Innsbruck einen Zwischenhalt, um mit dem dortigen Gouverneur eine Unterredung über die im Fürstentum ausgebrochenen Unruhen zu halten.65 Unterdessen gelang es dem Landvogt noch immer nicht, Ruhe in das Land zu bringen. Am 9. April berichtete er wieder von «gewalt- samen Beschlüssen», welche die Gemeinden gefasst hätten.66 Unter anderem hätten sie verlangt, dass auch die ledigen Schullehrer sich dem Militärdienst unterziehen müssten. Alle vernünftigen Vorstellun- gen des Amtes blieben fruchtlos, «so wie überhaupt das Gesetz, Recht 59 HKW 2451/1831, 25. März 1831; HKW an Fürst. 60 HKW 2531/1831, 26. März 1831; OA an HKW. 61 HKW 2586/1831, 30. März 1831; Metternich an HKW. 62 HKW 2589/1831, 30. März 1831; Fürst an HKW. 63 HKW 1488/1831, 9. März 1831; Bayern an HKW. - HKW 2450/1831, 25. März 1831; Bayern an HKW. - HKW 2525/1831, 26. März 1831; HKW an Bayern. - HKW 2638/1831, 31. März 1831; HKW an Leonhardi. - HKW 2896/1831, 12. April 1831; Bayern an HKW. 64 Die Kommission bestand aus dem Kommissar Maximilian Kraupa und dem dem Aktuar J. M. Ennser. 65 HKW 2891/1831, 10. April 1831; Kraupa an HKW. 66 LRA NR 17/22, 9. April 1831; OA an Fürst. 67
        

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