mit ziemlich hohen Bussen belegen: Bei der ersten Übertretung 50.— fl., das zweite Mal 100.— fl. und das dritte Mal 150.— fl. nebst Verlust des Schank- oder Backrechtes.80 Dies war der erste Punkt, dem der Land- vogt, wenn auch mit Einschränkungen, seine Unterstützung gab. Er fügte aber gleich hinzu, dass die Ausführung der Vorschläge von dem «allerhöchsten Entschlüsse» abhänge.81 Schon im nächsten Punkt aber zog Schuppler über die Untertanen her, als wollte er die Zugeständnisse, die er vorher gemacht hatte, da- durch wieder kompensieren. Die Bittsteller beklagten sich, dass ver- schiedene Gegenstände an herumziehende fremde Vagabunden ver- pachtet würden, «welche unter diesem Vorwande als Pächter sich mit grossen Familien im Lande aufhalten, an welche sich dann noch weiss Gott wie viele Vetter und Baasen anschliessen, so das Land ausbetteln, für ihre Arbeit übertrieben Lohn fordern, und . . . das Eigenthum der Bürger gefährden, ja auch der Sittlichkeit zu nahe tretten».8'- Diese Bitte kam Schuppler gelegen, um der Hofkanzlei einmal aus- führlich zu schildern, dass die Gemeinden sich zuwenig an die Anord- nungen des Oberamtes hielten und seinem Ärger Ausdruck zu geben, dass die Untertanen selbst zu wenig auf das «Gesindel» achteten. «Diese Bitte hätte das Amt von den Unterthanen dieses Fürstenthums für wahr nicht erwartet», denn das Amt selbst müsse sich beschweren, weil trotz wöchentlicher Ermahnungen bei den Amtsträgern und den ortsgerichtlichen Vorständen «gleichwohl allem fremden Gesindel Unterschiauf» gegeben werde.83 Der Fremde aber, der ein Befugnis pachtete, musste sich ausweisen «mit einem legalen Pass seiner Obrigkeit».84 Konnte einer keinen Pass 80 1. c. Die vom Bäcker konfiszierte untergewichtige Brotware soll an die Armen des Ortes verteilt werden. 81 1. c. 82 I.e. Anm. 40; Bittgesuch, Punkt 5. Diese Gegenstände betrafen das Kessel- und .Pfannenflicken, das Schleifen, Sägenfeilen, Lumpensammeln, Apothe- kerwurzelnsammeln, Klampfnerei, Verpachtung der Herrschaftsmühle im Mühleholz etc. 83 1. c. Anm. 45; Begleitschreiben Schupplers. 84 1. c. 54
        

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