Handel auflebt ist nur ein allgemeiner Wunsch, der der Zukunft vor- behalten bleibt».34 Schuppler hatte sich in diesen Jahren ehrlich darum bemüht, die herrschende Not nach bester Möglichkeit zu lindern und keine Gelegen- heit versäumt, den Leuten durch Interventionen bei ausländischen Re- gierungen zu Nahrung zu verhelfen. Dies mochte auch dazu beigetra- gen haben, dass die Geistlichen und Ortsvorsteher des Landes sich in einem Schreiben an den Fürsten wandten,35 als sie vernahmen, dass Schuppler abberufen werden sollte. Darin wurden die besonderen Ver- dienste hervorgehoben, die sich Schuppler um das Land erworben hatte: Dass er Ordnung und Ruhe in das Land gebracht und ein verlässliches Grundbuch erstellt habe, und dass er der richtige Mann sei, «den ver- besserten Zustand auf eine höchste Stufe zu bringen, den Sinn für Ge- werbe und Industrie zu wecken . . . einen erhöhten Wohlstand zu nähren, nachdem es demselben binnen wenigen Jahren gelungen ist, unseren Zustand um so vieles zu verbessern und unsere Noth zu ver- mindern, wofür wir ihm ewig dankbar seyn werden».30 Es ist über- raschend, dass gerade für Schuppler, der in vielen Beziehungen hart durchgegriffen und unnachgiebige Forderungen gestellt hatte, ein sol- ches «Loblied» von Seiten der Geistlichkeit und der Ortsvorsteher an- gestimmt wurde, da ja gerade diese Instanzen oft seine herrschaftlichen Ansprüche erfahren mussten. Es mögen jedoch gerade die Eindrücke der letzten Jahre dazu beigetragen haben, dass dieses für Schuppler schmeichelhafte Schreiben verfasst wurde. Die Armut und Verschuldung des Landes konnte Schuppler freilich trotz aller Bemühungen nicht verhindern. So spricht noch ein Bericht um 1818, dass das Land «unbegreiflich arm und äusserst verschuldet» sei und dass es ausserdem noch viel «einst zum rheinischen Bunde, und itzt zum deutschen Staatskörper beitragen» müsse.37 Für die Gemeinde Ruggell, die durch die Rheinüberschwemmung 1817 besonders betroffen worden war, wurden auf sämtlichen Besit- 34 1. c. 35 HKW 5554/1817, 30. Aug. 1817. 36 1. c. 37 Schädler, Urkundensammlung, Nr. 240. Nach Schädler Bericht eines höhe- ren Beamten ca. 1820 (wahrscheinlich 1819 geschrieben). 46
        

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