Der zweiten Bitte hingegen, der Einziehung der Renten, sollte nur in Ausnahmefällen stattgegeben werden, da diejenigen, die Renten22 schuldig seien, dafür ihren Nutzen hätten und deshalb keinen Anspruch auf längere «Zufristung» machen könnten.23 Schuppler meinte, dass die Leute nur die Gefälle24 zahlen und aus ihrem Untertanenverhältnis nichts abzugeben hätten.25 Dies war wohl insofern richtig, als die ein- gezogenen Beträge wieder für das Land selbst verwendet wurden, da aber durch die vielen Missernten die Einnahmen stark gesunken und andererseits die Preise der Lebensmittel stark gestiegen waren, konnten auch die Renten und Gefälle nur unter härtesten Bedingungen bezahlt werden. Schuppler jedoch, der besorgt war um die jährlichen Staats- einnahmen, hatte darauf zu dringen, dass die Abgaben eingezogen wurden. Er musste aber in seinem Schreiben zugeben, dass es auch bei der «beharrlichsten Eintreibung» nicht möglich sein werde, alles einzu- bringen.26 Die Entscheidung der Hofkanzlei lautete ganz im Sinne des Schrei- bens von Schuppler: Der ersten Bitte kam sie nach, indem sie die Auf- kündigung von Kapitalien für 1817 einstellte;27 von der Eintreibung der Rentgefälle hingegen ging sie nicht ab.28 Diese harte, aber dem Denken der Hofkanzlei entsprechende Entscheidung, versuchte Schupp- ler zu lindern, indem er vorschlug, zur Steuerung der Not beim öster- reichischen Hof um Erlaubnis zur «Ausfuhr aller Fruchtgattungen aus 22 Renten sind Zinszahlungen vom jeweiligen Eigentümer der Grundstücke an den Grundherrn an Stelle von Naturalleistungen. 23 1. c, Anm. 19. 24 Gefälle sind indirekte Steuern, wie Taxgelder, Stempelgebühren, Salzauf- lage etc.; cf. Schädler, Entwicklung, 19 f. 25 1. c. Anmerk. 19. 26 1. c. Die Gemeinden Schaan, Triesen, Balzers und Eschen verkauften Holz aus ihren Wäldern. Aus dem Ertrag kauften sie für die Armen Samen und Kartoffeln zur Bestellung der Felder. Die andern Gemeinden mussten Dar- lehen aufnehmen. 27 HKW 543/1817, 3. Febr. 1817; Entscheid der Hofkanzlei an OA. 28 1. c. 44
        

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