B. Die Entwicklung von 1818 bis 1848 1. Die Bittgesuche von 1817 und 1819 «Die Wiederkehr und der Genuss des Friedens ward getrübt durch mehrere auf einanderfolgende Missjahre, welche grosse Noth in unse- rer Landschaft erzeugten»,1 schreibt Peter Kaiser über die ersten Jahre nach der Gründung des Deutschen Bundes. Durch die Kriegsereignisse von 1794 bis 1815 waren dem Lande grosse finanzielle Lasten auferlegt worden.2 Da die Bewohner des Landes ihr Leben schon in normalen Zeiten kärglich fristen mussten,3 hatten die Missernten, besonders der Jahre 1816/17, katastrophale Folgen. 1817 wurden durch eine Rhein- überschwemmung Dämme und Wuhrungen eingerissen,4 «so dass das ganze Land tief unter Wasser stand».5 Besonders schwer war Ruggell betroffen, wo der Damm an dreizehn Stellen durchbrochen wurde.6 Schuppler schrieb nach Wien: «Die Lage der Leute ist verzweiflungs- voll, da sie nichts für den Winter haben. Die Gründe sind auf mehrere Jahre ausser die Kulturfähigkeit gesetzt».7 Durch einen grossen Erd- rutsch wurden auch «mehrere tausend Klafter des herrschaftlichen Waldes in einen Schutthaufen verwandelt. Das Schloss und die herr- schaftlichen Gebäude zu Vaduz sind bedroht».8 1 Kaiser, 508 f. 2 cf. Schädler, Hungerjahr 1817, 10. - Von 1794-1802 belief sich der Scha- den auf über 1 Million Gulden. 3 cf. Malin, 100. 4 HKW 5272/1817, 5. Sept. 1817; Bericht des OA an HKW. 5 1. c. 6 1. c. Der Flachs, die Haupterwerbsquelle Ruggells, war gerade auf dem Felde ausgebreitet. Das Heu wurde durchnässt, die Feldfrüchte zerstört. 7 1. c. 8 1. c. Fürst Johann bemerkte zu diesem Bericht des OA: «Nach Möglichkeit den eigenen Schaden hindern und den von den Unterthanen erleichtern. Mir ist nur bang um die vielen Gelder, die ich von diesen noch zu fordern habe». 41
        

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