Das abgelaufene Vereinsjahr war eines der reichsten in der Erfas- sung von Tatsachen, die allein das Material für eine Geschichtsdarstel- lung bereitstellen: Ich erinnere an die neben den Forschungen beim Schaaner Kastell bisher grössten Ausgrabungen des Historischen Vereins in und bei der Kirche in Bendern, an die Untersuchungen beim St. Peter in Mäls, an die Notgrabung in Schaan, an die kritische Herausgabe der unser Land betreffenden Urkunden im Jahrbuch, an die Erforschung und Darstel- lung zweier wichtiger Abschnitte unserer Landesgeschichte durch zwei junge Historiker: Rupert Quaderer, Politische Geschichte des Fürstentums Liechten- stein von 1815 bis 1848, und Peter Geiger, Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1848 bis 1866. Der zweite Grund, warum ich die Grundlagenforschung erwähnte, ist folgender: Forschung kann aus dem Wesen der Sache heraus nicht populär sein. Sie ist auf allen Gebieten des menschlichen Wissens eine Ange- legenheit verhältnismässig weniger, so auch in der Geschichtswissen- schaft. Der Zweck einer Grabung z. B. und besonders die oft bedeuten- den Aufwendungen, die damit verbunden sind, können von einem geistig Unbeteiligten nicht in der ganzen Tragweite verstanden und daher auch nicht richtig eingeschätzt werden. Es ist trotzdem erstaunlich, wie viel Verständnis unseren Boden- forschungen, die gelegentlich mit Behinderung der Bautätigkeit und des Verkehrs verbunden sind, bei den zuständigen Landes- und Gemeinde- behörden, bei der Unternehmerschaft und auch bei der Bevölkerung gefunden haben. Ihnen allen spreche ich im Namen des Vereinsvor- standes den besten Dank aus. Die im Herbst des Vorjahres aufgenommenen Untersuchungen auf dem Kirchhügel von Bendern sind vorläufig abgeschlossen. Die Gra- bungen im Kircheninnern werden für Besucher zugänglich gemacht. Die Arbeiten haben infolge der unvermuteten Reichhaltigkeit und Kom- pliziertheit in der Abfolge der Überbauung des Hügels ein Ausmass angenommen, das nicht vorauszusehen war. Dem Aufwand entspre- chend sind auch die Ergebnisse, die — wie jetzt schon feststeht — nicht nur lokale Bedeutung besitzen, deren Aufarbeitung aber noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Es hat sich herausgestellt, dass der südliche 291
        

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