Sein Schreiben ist im Tiroler Landesregierungsarchiv" nicht mehr erhalten, aber die Tatsachen können aus den beiden Antwortbriefen klar erschlossen werden: Die beiden Diebe des Kirchengutes wurden ermittelt, gefangenge- nommen und durch Erhängen hingerichtet, die Kelche mit Patenen lieferte der Burgvogt als konfisziertes Gut dem Hubmeisteramt in Feld- kirch ab, das als Rentamt für Steuer- und Vermögensangelegenheiten des österreichischen Landesherrn zuständig war. Die Regierung in Innsbruck stellt fest, dass es sich um kirchliches Gut handelt, auf das der Landesherr keinen Anspruch hat, und befiehlt, die beschlagnahmten Gegenstände abzuholen und wieder zur Kapelle zu bringen. Der ganze Vorgang ist für uns ein Beweis, wie auch in unserem Lande eine strenge, mittelalterlich anmutende Gerichtsbarkeit bestan- den hat. Die Todesstrafe war nicht nur Sühne und Abschreckungsmittel für Mord, sondern auch für Ketzerei und Zauberei (denken wir an die Hexenprozesse), für Raub, und selbst für Diebstahl war sie möglich. Erschwerend war für die Täter nicht nur der nächtliche Einbruch in der Kapelle, sondern vor allem der Umstand, dass es sich bei den geweih- ten Kelchen um sakrale Gegenstände gehandelt hat. Ihr Leben endete nach wahrscheinlich sehr kurzem Prozesse am Galgen bei Triesen. Otto Seger 284
        

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