1951 beschrieb der bekannte Vogel- und Insektenforscher GERD HEINRICH eine hochalpine Form der Gelbhalsmaus, die er in den Hochlagen (über 1200 m) des Allgäus, des Berchtesgadener Landes und der Steiermark fand und der er später (1952) den 
Unterartnamen alpicola gab. Charakteristische Kennzeichen sind vor allem die absolut und relativ grosse Schwanzlänge und zweitens die Färbung der Unterseite, die im Gegensatz zum leuchtenden Weiss der Gelbhalsmaus der tie- feren Lagen grauer ist. Die Brustzeichnung und die Begrenzungslinie zur Oberseite ist auch matter und weniger kontrastreich. Diese Hochgebirgsform war bisher trotz der Nähe des Allgäus und der tiergeographischen Zusammengehörigkeit in Liechtenstein noch nicht festgestellt worden. In der säugetierkundlichen Monographie des Fürstentums Liechtenstein (v. LEHMANN 1963) wird allerdings bei der tabellarischen Darstellung der Gelbhalsmausmasse auf Seite 284 als Maximum eine Schwanzlänge von 131 mm angeführt — eine Abmes- sung, die alles bisher Bekannte, sogar die von HEINRICH 
für alpicola angegebenen Werte übertrifft (s. Tabelle). Dieses 3 mit dem extrem langen Schwanz wurde am 15. August 1956 von KUHN und v. LEH- MANN in Silum bei etwa 1500 m oberhalb des Kurhauses gefangen, übrigens an dem höchstgelegenen Punkt, an dem überhaupt eine Gelb- halsmaus in Liechtenstein angetroffen worden war, und der einzige Fang dieser Art in Silum. — Dieses Stück hatten wir aber bisher nicht als alpicola angesprochen und auch garnicht daraufhin untersucht, weil der Balg eine andere Besonderheit hat: Das Stück ist durch eine Haarstruktur gekennzeichnet, die wir an anderer Stelle als «Tropen- waldtracht» bezeichneten (1. c. p. 283), das heisst der Pelz ist dünn- haarig und durch Vermehrung der Phäomelanine überall gelb-rötlich überflogen. Der Balg fällt also schon dadurch aus der Reihe und liess die Verdunkelung der Bauchseite nicht deutlich erkennen. Vom 24. bis 26. Mai 1969 unternahmen wir seit langer Zeit wieder einmal eine säugetierkundliche Exkursion nach Silum, die eigentlich nur der Schneemaus galt, die aber fast alle für diese Hochlagen be- zeichnenden Kleinsäuger erbrachte: Neben einer Zwergspitzmaus, die ja hier schon 1956 einmal gefangen und 1963 als neue 
Unterart (becki) beschrieben wurde, Alpen- und Waldspitzmäuse, Rötel-, Schnee- und Kleinwühlmäuse und überraschenderweise auch an den Geröll- und Blockhalden am Steig zur Bargella-Alpe (Abb.) zwei Vertreter der Gat- 277
        

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