GALINA So heisst die Schaanerflur II, auf welcher das kommende Landes- spital erbaut wird. Die Galina stellte bis vor kurzem eine etwas trockene, mit Haselstauden durchsetzte Magerwiese dar. Früher wurde dieser Flurname mit dem lat. Wort gallina = Henne oder mit dem keltischen Worte Gallos = Stein in Verbindung gebracht, Erklärungen, die nie so recht befriedigten. Die Forschung im Bündnerland (Dr. A. Schorta) und auch in Vorarlberg (Dr. Josef Zehrer und Dr. Eberhard Tiefen- thaler) brachte auch hier eine einwandfreie Deutung: Galina stammt ebenfalls von *calia = Staude. Die Flurbezeichnung Galina kommt in dieser Form nicht nur in Schaan, sondern auch im Bündnerland (siehe Rätisches Namenbuch II, Seite 62) und auch in Vorarlberg (siehe Eberhard Tiefenthaler «Die rätoromanischen Flurnamen der Gemein- den Frastanz und Nenzing) vor. Auch der Galinakopf, der bei uns im letzten Jahrhundert noch den Namen Joch-Spitz trug, erhält so seine einwandfreie Deutung. Dieser Grenzberg verdankt seinen jetzigen Namen dem auf der Nordseite, also auf Vorarlberger Boden liegenden Galinatal, durch das der Galinabach fliesst und in dem auch die Ga- linaalpe liegt. Eberhard Tiefenthaler und Josef Zehrer führen Galina ebenfalls auf *Calia (rtr. caglia) = Staude zurück. GÄLLI Im Bündnerland sind weiters Flurnamen mit folgendem Wortlaut zu finden: Gällerdonda, Gälliplana, Gälliplauna usf. (R. N. B. II, Seite 63). Eberhard Tiefenthaler behandelt in seinem Werke über «Die rätoroma- nischen Flurnamen der Gemeinden Frastanz und Nenzing» die Namen: Gälalonga, Galamazöle, Gälaplana, Galera, Galetscha und führt diese, wie auch A. Schorta auf *Calia, rtr. caglia = Staude zurück. Ob nun «der Gälli» in Ruggell und das ehemalige Gellermädle auf dem Ried in Schaan denselben Ursprung haben, wie die erwähnten Namen im Bündnerland und Südvorarlberg, ist kaum zu entscheiden, da für den Ruggeller- und Schaanernamen bisher alte Schreibweisen fehlen. Die Realprobe Hesse eine solche Deutung ohne weiteres zu. Eugen Nipp führt in seinem Verzeichnis der romanischen Orts- und Flurnamen beide Bezeichnungen an, ohne aber näher auf sie einzugehen (Diss. 1911). 248
        

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