und am 13. Oktober 183544 und 20. Juli 183645 schloss Liechtenstein mit dem Kanton St. Gallen einen Freizügigkeitsvertrag.46 Durch ihn wurden alle Abzüge, die bisher auf exportiertes Vermögen erhoben worden waren, abgeschaffen, gleichgültig ob das Vermögen durch Aus- wanderung, Kauf, Tausch, Schenkung oder Erbschaft ausgeführt wurde.47 Nicht aufgehoben wurden die allgemein gültigen Taxen, wie Erb- schaftssteuer, Vermögenssteuer etc.48 Bei Aufhebung der Nachsteuer wurde kein Unterschied gemacht, ob diese bisher vom Staat, Einzel- personen oder Korporationen eingezogen worden war.49 Diese Bestim- mungen galten auch für Vermögen, das zwar schon erworben, aber noch nicht ausgeführt worden war und erst nach Abschluss des Ab- kommens exportiert wurde.50 Kurz nach Abschluss des Vertrages mit St. Gallen machte Luzern als derzeitiger Vorort der Eidgenossenschaft den Antrag, Liechtenstein möge mit der ganzen Schweiz ein Freizügigkeitsabkommen treffen.51 Das Oberamt, das von der Kanzlei um eine Stellungnahme aufgefordert wurde, sprach sich bejahend für das Vorhaben aus.52 Die Hofkanzlei gab darauf ebenfalls ihre Zustimmung, mit der Bedingung, dass der Zusatzartikel beigefügt werde, dass der Freizug nur das Vermögen, nicht die Person des Auswanderers betreffe.53 Die Hofkanzlei wollte damit verhindern, dass militärpflichtige Personen auswanderten, ohne einen Ersatzmann gestellt zu haben. Luzern stimmte diesem Vorschlag zu und reichte gleichzeitig einen Entwurf ein,54 der auf Vorschlag des Oberamtes angenommen wurde.55 Am 14. Februar wurde das Über- 44 Unterzeichnet in Wien. 45 Unterzeichnet in St. Gallen. 46 LRA NS 1830 - 39, 7. Juli 1836; Alte Abschrift des Vertrages. 47 1. c. Art. 1. 48 1. c. Art. 2. 49 1. c. Art. 3. 50 1. c. Art. 4. 51 HKW S 304, 3026, 6. April 1837; Luzern an HKW. 52 HKW S 304, 5109, 15. Juni 1837; OA an HKW. 53 HKW S 304, 7210, 27. Sept. 1837; HKW an Luzern. 54 HKW S 304, 9154, 24. Nov. 1837; Luzern an HKW. 55 HKW S 304, 1623, 30. Dez. 1837; OA an HKW. 229
        

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