Nachteile daraus entstünden.17 Die Auswanderung in entferntere Staa- ten komme relativ selten vor und fast nur von einzelnen Personen, «die in ihrer Heimat das gewünschte Fortkommen nicht finden, oder dem Hause lästig fallen».18 Auf diesen Bericht hin sah die Hofkanzlei kein Hindernis mehr für den Abschluss des Vertrages, der am 30. Juli 1835 durch die Bundesgesandten unterzeichnet wurde.19 Die Ratifika- tionsurkunden der beiden Staatsoberhäupter wurden am 10. März 1837 durch den Gesandten Leonhardi in Frankfurt ausgetauscht.20 Der Ver- trag,21 in französischer Sprache abgefasst, legte in 4 Artikeln fest, dass die Abzugstaxe für die Untertanen der beiden Länder bei gegenseitiger Auswanderung nicht mehr eingezogen werde,22 und auch für die Ver- mögensausfuhr von einem in den anderen Staat keine Taxe mehr be- zahlt werden müsse.23 Das Abkommen bezog sich aber nur auf das Eigentum und seinen freien Abzug; vorbehalten wurde die Einhaltung der militärischen Gesetze, welche ein Auswandern verboten.24 Das Oberamt erhielt eine Abschrift des Vertrages mit der stereotypen Be- merkung, diesen «bei vorkommenden Fällen zu beobachten».25 Diese drei Verträge20 sind typisch für die Aussenpolitik Liechten- steins in diesen Jahren. Es waren keine Abkommen, die grosse Ver- pflichtungen oder wesentliche Änderungen in innen- und aussenpoliti- schen Belangen nach sich zogen. Sie wurden abgeschlossen, um sich international bemerkbar zu machen und die Souveränität, die sich be- 17 I.e. 18 1. c. 19 LRA NR 46/3, 30. Juli 1835; Leonhardi an Fürst. 20 HKW S 304, 2630, 10. März 1837; Leonhardi an Fürst. 21 HKW S 304, 9428, 30. Juli 1835; Freizügigkeitsabkommen mit den Nieder- landen. 22 1. c. Art. 1. 23 1. c. Art. 2. 24 1. c. Art. 3. 25 HKW S 304, 10825, 29. Dez. 1836; HKW an OA. 26 HKW S 304, verschiedene Akten 
1838. — Ein Vertrag wegen Freizügigkeit wurde auch mit dem Königreich Sardinien vorbereitet. Nach Verhandlun- gen von Juni bis Oktober 1838 sind aber keine weiteren Nachrichten mehr vorhanden. 226
        

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