Sicherung der Souveränität war für Liechtenstein der Deutsche Bund noch insofern von Vorteil, als es durch ihn einen gewissen Rückhalt bekam, der sich in aussenpolitischen Verhältnissen bewährte. Die Angelegenheiten des Bundes wurden von der Bundesversamm- lung besorgt,6 die ihren ständigen Sitz in Frankfurt/M. hatte. Die ein- zelnen Bundesglieder waren durch Gesandte vertreten,7 die nach den Instruktionen ihrer Regierung zu handeln hatten. Die Bundesversamm- lung hatte «somit den Charakter eines ständigen Gesandtenkongresses».8 Jedem Bundesmitglied stand das Recht zu, Vorschläge zu machen und der Vorsitzende war verpflichtet, diese «in einer zu bestimmenden Zeit der Berathung zu übergeben».9 Die Verteilung der Stimmen war ver- schieden, je nachdem ob die Bundesversammlung als «Engere Ver- sammlung» oder als «Plenum» zusammentrat. Die Engere Versamm- lung, die nach Art. 4 der Bundesakte «für die Angelegenheiten des Bundes» zuständig war, bestand aus 17 Stimmen. Die elf grösseren Staaten führten je eine Stimme, die sechs übrigen Stimmen umfassten je eine Kurie, die jeweils aus mehreren kleineren Staaten zusammen- gesetzt war. Die 16. Kurie umfasste beide Hohenzollern, Liechtenstein, sämtliche Reuss, Schaumburg-Lippe, Lippe und Waldeck. Das Plenum hatte zu entscheiden über Abfassung und Änderung der Grundgesetze des Bundes, über Beschlüsse, die die Bundesakte selbst betrafen, über organische Bundeseinrichtungen und über gemeinnützige Anordnungen sonstiger Art.10 Das Plenum unterschied sich vom engeren Rat durch eine andere Stimmverteilung: Jedem Mitglied stand mindestens eine Stimme zu, die grösseren Staaten hatten mehrere.11 Das Plenum war aber lediglich ein «reines Abstimmungsorgan»,12 denn die engere Ver- sammlung hatte selbst zu entscheiden, ob ein Gegenstand zu den Ple- narsachen gehöre und damit vor das Plenum zu bringen sei.13 War 6 Art. 4 der Bundesakte. 7 I.e. 8 Huber I, 589. 9 Art. 5 der Bundesakte. 10 1. c. Art. 6. cf. Huber I, 588 ff. 11 1. c. Österreich, Preussen, Sachsen, Bayern, Hannover und Württemberg hatten je 4 Stimmen. 12 Huber I, 591. 13 Art. 7 der Bundesakte. 215
        

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