als notwendig und unbedenklich angesehen und am 27. April 1815 durch den Akzessionsvertrag vollzogen.38 Das Kontingent Liechtensteins wurde der Armee am Oberrhein zuge- teilt, zusammen mit Österreich, Bayern, Württemberg, Baden, Hessen- Darmstadt, Hohenzollern und Frankfurt.39 Liechtenstein stellte mit 100 Mann weitaus das kleinste Kontingent. Die ganze Verbindung der Fürsten und Städte ergab 38510 Mann.40 In seinem sechsten Bericht vom 6. Mai 181541 schrieb Wiese ver- traulich an die Hofkanzlei, dass alle deutschen Staaten in Verpflegungs- rayons eingeteilt worden seien, dabei aber Liechtenstein, das zweifellos zum österreichischen Rayon gehöre, ausgelassen und «vermutlich über- sehen worden sei».42 Auf der einen Seite könnte dieses Versehen als vorteilhaft angesehen werden, da hier hauptsächlich nur vom «Geben, Leisten und Liefern gegen verheissene geringe Vergütung die Rede ist; auf der andern Seite aber könnte es präjudicirlich erscheinen, wenn das Fürstenthum Liechtenstein nicht auch hier in der Reihe der unab- hängigen teutschen Staaten angeführt würde».43 Auch hier wieder taucht die Furcht der Kleinstaaten auf, dass ihre Souveränität in irgend einer Art geschmälert werden oder gar verloren gehen könnte. Von Wiese fragte nun um Weisung, ob er schweigen oder ob das Versehen offiziell berichtigt werden sollte.44 Finanzpolitisch gesehen, wäre es für den Fürsten eine grosse Erleichterung gewesen, wenn er diese Belastung hätte vermeiden können, weigerte sich doch Schuppler konsequent, irgend eine Lieferung von Lebensmitteln zu leisten, «selbst eine Execu- tion hätte ihn nicht umstimmen können».45 Aber aus aussenpolitischen Gründen konnte der Fürst dieses Versehen nicht schweigend hinneh- men. Die Hofkanzlei schrieb infolgedessen auch an Wiese, dass diese 38 HKW 1809/1815, 5. Bericht von Wiese. — cf. Huber I, 557; Martens NR II, 138 ff. O. Seger, Ein interessantes Dokument aus Napoleons Tagen, JBL 59 (1959), 372 ff. 39 HKW 1809/1815, 5. Bericht von Wiese. 40 1. c. 41 HKW 2042/1815, 6. Mai 1815; 6. Bericht von Wiese. 42 1. c. 43 1. c. 44 1. c. 45 Malin, 166. 206
        

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