1. Der Beitritt zum Deutschen Bund Die Völkerschlacht bei Leipzig führte zur Auflösung des Rhein- bundes und nun stand «Liechtenstein nichts mehr im Wege, endgültig mit dem Rheinbunde zu brechen».1 Am 7. Dezember 1813 entsagte Fürst Johann «in aller Form dem Rheinbunde . . . und versprach, die •gemäss einem separaten Vertrag zu stellenden Truppen aufzubieten».2 Als Gegenleistung wurde von Österreich die Souveränität Liechten- steins garantiert.3 Bedingt durch diesen Vertrag mussten zweimal liech- tensteinische Truppen ausziehen.4 Während Liechtenstein durch die Stellung der Truppen grosse La- sten auf sich nehmen musste, tagte in Wien der Kongress, der über das Schicksal Europas zu entscheiden hatte. Die Aufgaben des Wiener Kon- gresses waren zweifach: Zum einen war er ein «europäischer Friedens- vollzugskongress»,5 der die Neuordnung Europas zu vollenden und zu sichern hatte, und zum andern war er ein «deutscher Verfassungskon- gress»,6 auf dem sich die deutschen Staaten vereinigten, um die im Ersten Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 vorgesehene Verbindung durch den Abschluss eines Bundesvertrages herzustellen.7 Anfangs lagen die Verhandlungen über die deutsche Verfassungs- frage in den Händen eines engeren Kreises, der «deutschen Pentarchie», der Österreich, Preussen, Bayern, Württemberg und Hannover ange- hörten. Die Verhandlungen gingen dann aber an das deutsche Plenum über, in dem sämtliche deutschen Regierungen vertreten waren.8 Zahl- reiche Entwürfe von preussischen, österreichischen und mittelstaat- lichen Staatsmännern konnten die bestehenden Schwierigkeiten nicht lösen.9 Im September 1814, also schon vor der offiziellen Eröffnung des 1 Malin, 159. 2 1. c. 160 f. 3 1. c. 161. 4 25. Febr. 1814 bis 23. Juli 1814 und Mai bis November 1815. cf. Malin, 165 ff. 5 Huber I, 543. 6 1. c. 544. 7 I.e. 8 1. c. 544 f. 9 Schnabel I, 551. 201
        

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