meindebürgerrecht» regelte.50 Seit der Verordnung vom 22. Juni 1810, wonach im Innern des Landes Freizügigkeit herrschen musste01 und den Bemühungen der Obrigkeit um Aufteilung des Gemeindebodens, besonders seit der Einführung des Grundbuches im Jahre 1809,52 be- standen ständig Streitigkeiten des Oberamtes mit den Gemeinden. Die Gemeinden sträubten sich gegen eine Aufteilung der Gemeinheiten und wehrten sich ebenso energisch gegen die Einführung der Freizügig- keit.53 In dem Bittgesuch von 1819 und während der Unruhen von 1831/32 versuchten die Gemeinden, eine Einstellung der Freizügigkeit zu erreichen, ohne jedoch grössere Erfolge zu haben. 1823 beklagten sich die Gemeinden,54 dass die Hintersässen55 nun alle Rechte und Vorteile eines Gemeindebürgers für sich beanspruchten. In den benach- barten Staaten aber musste ein Liechtensteiner, wenn er dort Bürger einer Gemeinde werden wollte, eine von der Gemeinde meistens will- kürlich bestimmte Summe bezahlen. Das Oberamt bestätigte,56 dass besonders die österreichischen Gemeinden sich nicht an die Freizügig- keit hielten; das Oberamt versuchte deshalb, nach dem sogenannten «Gegenrecht» vorzugehen, dass nämlich der Preis danach bestimmt 50 Büchel, Gemeindenutzen, 49. 51 Laut dieser Verordnung durfte bei der Heirat niemand von den Gemeinde- rechten verdrängt werden, auch nicht bei der Verehelichung mit einer Person aus einer anderen Gemeinde oder einer Fremden. Nur bei Heirat mit ausländischen Personen musste das Einkaufsgeld bezahlt werden, cf. Malin, 104 f. 52 Malin, 109 ff. 53 cf. oben S. 47 ff; 69 f. 54 LRA NR 22/10, 226pol., 23. Aug. 1823, Bitte der Untertanen der oberen Landschaft. 55 Die Hintersassen waren nur Landeseinwohner, nicht aber Gemeindebürger. Das Oberamt unterschied zwei Arten von Hintersassen; 1. diejenigen, welche einen genügenden Erwerb nachweisen konnten und sich mit einem einmaligen Betrag als fürstliche Untertanen einkauften. 2. diejenigen, welche sich nicht einkauften und dafür ein jährliches Schutzgeld für den landesfürstlichen Schutz bezahlen mussten. (Im Oberland 1 fl. 30 + , im Unterland 2 fl.). Das Bürgerrecht mussten sie durch einen besonderen Einkauf erwerben. Die Hintersassen hatten kein Anrecht auf den Genuss an den unteilbaren Gemeinheiten; ebenso mussten sie für Holzsammeln, Weidrecht etc. einen Zins bezahlen. 56 LRA NR 22/10, 28. Aug. 1823; OA an Fürst. 182
        

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