den folgenden Jahren dauernd Gesuche um Entlassung von Kindern nach Schwaben vorgelegt. 1846 schrieb Oberschulinspektor Carigiet an das Oberamt, dass wegen des gegenwärtigen Mangels an Lebensmitteln es notwendig sein werde, viele Kinder nach Schwaben und in Fabriken auswandern zu lassen. Die Kinder würden jedoch verpflichtet, später das versäumte nachzuholen.83 Auch die jährlichen Berichte über Schulangelegenheiten weisen auf den nachlässigen Schulbesuch hin und geben als Grund die «Nach- lässigkeit und Widersetzlichkeit» der Eltern an.84 Die Leistungen wer- den bei den meisten Schulen als mittelmässig bezeichnet. Dies war nach den Berichten darauf zurückzuführen, dass die Lehrer schlecht bezahlt wurden, die Räumlichkeiten, die als Schulzimmer dienten, ungenügend waren und von der Bevölkerung der Schule wenig Ver- ständnis und Unterstützung zukam. Das Oberamt versuchte zwar andauernd, mit Hilfe der Geistlichkeit das Schulwesen zu verbessern und die Bevölkerung zur Mitarbeit heranzuziehen, konnte aber nur ge- ringe Erfolge erzielen. In einem Schreiben der Geistlichkeit an den Fürsten aus dem Jahr 184 085 beklagte sich diese, dass in der Schule nur geringe Fortschritte erzielt würden und die ganze Schulordnung «nach Geist und Inhalt grösseren Theils verunglückt» sei.86 Eine Um- arbeitung nach österreichischem Muster wurde vorgeschlagen. «Im ze- henten Lebensjahr zum Viehhüten und zum siechthümlichen Fabrik- arbeiten verurteilt werden, welch eine Erziehung»87 — bemerkte das Schreiben am Schluss resigniert. Auch die Lehrer versuchten 1842 eine Besserung ihrer Verhältnisse zu erreichen.88 Sie wollten Befreiung von Gemeinde- und Fronwerk, Brennholz für den Hausgebrauch, Regelung der Pension und Verbot der Auswanderung der Kinder nach Schwaben. Ein Beschluss des Für- sten kam ihrem Ansuchen zum Teil nach.89 Bei Neubauten war von 83 LRA NR 33/11, 40, 12. Jan. 1846; Carigiet an OA. 84 LRA NR 33/11, Schulbericht von 1842. 85 BACh, Lade O, Mappe 193e, 262.46, 10. Nov. 1840; Geistlichkeit an Fürst. 86 1. c. 87 1. c. 88 LRA NR 73/11, 3. Okt. 1842; OA an HKW. Das Gesuch selbst ist nicht vor- handen. 89 1. c, 23. Okt. 1842; HKW an OA. 165
        

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