7. Es ist endlich nicht eine Bank und nicht eine Tafel etc. in dem ganzen Schulzimmer, die auch der grösste Schulfeind als brauch- bar ansehen und erklären könnte; von dem Schulzimmer selbst mögen die Gefertigten nicht mehr reden, weil es als eine wahre Spelunca schon lange überall bekannt ist». — Dieser und ähnliche Berichte decken schonungslos die katastropha- len Zustände der Schulen auf und zeigen die Interesselosigkeit und Widersetzlichkeit der Gemeindebehörden gegenüber dem Schulwesen. Allerdings muss gesagt werden, dass Armut und Verschuldung des Landes viel dazu beigetragen haben, dass das Schulwesen stark ver- nachlässigt wurde. In Schaan wurde 1838 beschlossen, einen Schulhausneubau aufzu- stellen.18 Aber noch 1840 haben sich die Bürger von Schaan bei einer Gemeindeversammlung für die Reparatur des alten Schulhauses ausge- sprochen, obwohl dieses sehr baufällig war.19 Die Reparatur des alten Schulhauses schien ihnen aber immer noch billiger als ein Neubau. Erst auf Intervention des Fürsten hin beschloss die Gemeinde 1842, «im nächsten Frühjahr mit dem Neubau» zu beginnen."20 Im Frühjahr 1844 wurde dann auch wirklich angefangen21 und im Januar 1845 zeigte das Oberamt an, «dass der Schulhausbau bis auf die innere Ver- butzung und Einrichtung fertig» sei.22 Die Kosten für den neuen Schul- haubau betrugen 6000.— fl., was für eine Gemeinde einen ziemlich hohen Betrag darstellte. Die Gemeinde bat dann auch den Fürsten «um gnädigste Bewilligung, eine Anleihe von 1000.— fl. aufnehmen zu dürfen, damit die Arbeiten mit der ersten Ratenzahlung bezahlt werden können».23 Innerhalb von 10 Jahren sollte die Rückzahlung der Anleihe erfolgen. Für die Gemeinden bedeutete ein Schulhausneubau eine grosse finanzielle Belastung und hier liegt auch der eigentliche Grund dafür, dass sich die Gemeinden so lange wie möglich sträubten, die Kosten eines Neubaues auf sich zu nehmen. Ähnliche Zustände 18 LRA NR 61/20, 4. Dez. 1838; OA an Carigiet. 19 1. c., 22. April 1840; Carigiet an OA. 20 1. c., 27. Juni 1842; OA an HKW. 21 1. c., 28. März 1844; OA an HKW. 22 1. c, 13. Jan. 1845; OA an HKW. 23 1. c., 13. Juni 1844; Bittschreiben der Gemeinde Schaan. 155
        

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