In den meisten Gemeinden war anfangs in einem Privatzimmer Schule gehalten worden und erst im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden neue Schulhäuser errichtet. In Eschen musste vor dem Neubau jedes Kind «ein Scheit Holz zum Heizen mitbringen».10 Hier erfolgte der Schulhausbau 1830. In den jährlichen Berichten über die Schulprüfungen tauchen im- mer Mängel an den Schulgebäuden auf. So heisst es 1833 bei der Gemeinde Triesenberg, dass das «Schulgebäude feuersicher»11 gemacht werden sollte, dass in Ruggell das Schulzimmer «ganz unbrauchbar»12 sei und ein neues Schulhaus gebaut werden sollte. 1835 beklagte sich Pfarrer Wolfinger in Bendern, dass «wegen des Geräusches von Web- stühlen neben und ob dem Schulzimmer in Ruggell es unmöglich» sei, Schule zu halten. Der Schulhausbau mache keine Fortschritte, da sogar die dazu bestimmten Steine dem Rhein zuwandern.13 Über die Schule in Gamprin klagte Pfarrer Wolfinger, «dass in dem dortigen Schulhause seit 1833 der Ofen immer so rauche, dass er gar nicht, oder in der Nacht nur geheizt werden könne; der obere und untere Boden sei so locker, dass das Zimmer zum Schulhalten bei grosser Kälte unbrauch- bar werde und die Gemeinde nur grünes Holz beischaffe. Der Lehrer Wohlwend füge bei, dass das Ortsgericht schon 1833 oberämtlich ange- wiesen worden sei, einen anderen Ofen, mit einem neuen Kamin her- zustellen und das Dach zu reparieren, damit der Regen nicht auf die Schulkinder herabfalle. Von alledem sei bisher nicht das Geringste geschehen».14 In Triesenberg waren 1841 150 schulpflichtige Schulkinder, das Schulzimmer aber fasste nur 100 Kinder;15 in Mauren sollte ein neues Schulhaus gebaut werden, was erst 1849 erreicht wurde und in Balzers waren neue Schulbänke und eine neue Hausstiege nötig.10 Eine dra- 10 Gedenkbuch der Schule Eschen. 11 LRA NR 33/1, 8. Okt. 1833; Bericht über die Schulprüfungen. 12 1. c. 13 1. c, 20. Mai 1835; Pfarrer Wolfinger an OA. 14 1. c, 15. Sept. 1836; Pfarrer Wolfinger an OA. 15 LRA NR 33/11, ohne Datum; Bemerkungen über Schulangelegenheiten von 1841. 16 1. c. 153
        

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