Grundsätzen, die es einmal in sich aufgenommen hatte, viel weniger schnell los, als ein neuer Herrscher, der eine Besserung staatlich-kirch- licher Beziehungen anstrebte. Auch Metternich, der versuchte, in der innerösterreichischen Politik aus den josefinischen Bahnen herauszu- lenken, konnte sich nur allmählich gegen die Mehrzahl der hohen Be- amten und selbst den hohen Klerus durchsetzen.95 Das josefinische Beamtentum wuchs erst jetzt so ganz in seine staatserhaltende und die staatliche Autorität repräsentierende Aufgabe hinein.96 Verglichen mit den Zuständen zu Beginn des 19. Jahrhunderts war eine wesentliche Besserung im Verhältnis Staat - Kirche eingetreten, zum Vorteil der Kirche. Unter Johann I. konnte Schuppler seine Ansicht über die Kirche, dass diese als eine Hilfskraft für die Regierung und Verwal- tung des Landes anzusehen sei, noch in seinen Äusserungen und Hand- lungen in Anwendung bringen. Nach dem Herrschaftsantritt von Alois II. war jedoch eine deutliche Besserung spürbar. Der eher nachgiebige und vermittelnde Charakter des Fürsten verursachte eine Änderung des bisherigen Verhältnisses. Die Kirche stand nicht mehr so sehr unter staatlicher Vormundschaft; sie wurde mehr als ein gleichberechtigter Teil betrachtet, dem in der Landesverwaltung ein bestimmter Aufgaben- kreis zustand. Der vermittelnde Charakterzug Alois II. liess ihn aber auch immer auf andere, besonders österreichische Verhältnisse Rück- sicht nehmen, was sowohl in politisch-weltlichen als auch in kirchli- chen Belangen ein oft unentschlossen wirkendes, zögerndes Handeln zur Folge hatte. 94 1. c. 95 Schnabel IV, 42. 96 Hantsch, 292. 135
        

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