richtung einer Kuratie Vaduz schilderte, da es für Carigiet nicht mehr möglich sei, die 2000 Seelen in den drei Gemeinden allein zu betreuen.82 Nach dem Amtsantritt Alois II. wurden die Verhandlungen rascher vor- angetrieben. Das Oberamt schaltete sich ein und der Landesvikar Carigiet arbeitete einen Entwurf für die neue Kuratie aus, worin er sich einverstanden erklärte, vom Schaaner Kirchenvermögen und auch von der Pfarrpfründe der Kuratie einen Teil abzutreten.83 Die neue Pfründe wurde zur Bewerbung ausgeschrieben und der bisherige Pfarrer von Bendern, Josef Anton Wolfinger, trat im September 1836 die neue Stelle an.84 Das von Carigiet verfasste Statut wurde aber erst ein halbes Jahr später dem Bischof zur Genehmigung vorgelegt.85 Es erteilte dem Kurat alle pfarramtlichen Vollmachten und Vaduz wurde aller Pflich- ten gegenüber der Kirche und Pfarrpfründe von Schaan als enthoben erklärt. Die Leistungen der Gemeinde Vaduz für die Kuratie wurden festgelegt und die von der Pfarrkirche Schaan an Vaduz abzutretenden Einkünfte festgelegt. Nun regte sich aber der Widerstand der Gemeinde Schaan gegen eine gänzliche Abtrennung von Vaduz. Sollte diese dennoch stattfinden, so wollte Schaan weder vom Vermögen noch von den Einkünften der Pfarrkirche etwas abtreten.86 Carigiet selbst billigte die Einwendungen der Schaaner Bürger und brachte ausserdem noch vor, dass überhaupt die Mehrheit der Einwohner von Vaduz gegen eine Trennung einge- stellt seien.87 Kurat Wolfinger hingegen drang auf eine möglichst rasche, endgültige Lösung von Schaan. So zogen sich die Verhandlun- gen und Streitigkeiten drei Jahre lang hinaus. Im März 1842 schrieb Alois an den Bischof,88 dass er im Sommer in das Land kommen werde und er hoffe, bei dieser Gelegenheit das Problem lösen zu können. 82 1. c, 109. — Auch Planken versuchte 1834 ein eigenes Benefizium zu er- richten, wurde jedoch abgewiesen, cf. Büchel, Schaan, 82. 83 1. c, 109. 84 cf. Marxer, Priesterkapitel, 68. 85 Abgedruckt in Büchel, Schaan, 110 f. 86 1. c. 112. — Auch Carigiet änderte nun seine Meinung und sprach sich gegen eine vollständige Trennung aus. Fürst Alois verordnete 1838, dass die Vaduzer wenigstens an Maria Himmelfahrt den Gottesdienst in Schaan besuchen müssten, zur Erinnerung an die frühere Zugehörigkeit. 87 Büchel, Schaan, 113 f. 88 1. c, 114. 133
        

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