A. Kirchenpolitik Das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein gehörte als Teil der römischen Raetia prima zum ersten Bestand des Bistums Chur.1 Das Oberland gehörte seit jeher zum Dekanat «unter der Landquart», das Unterland hingegen war ursprünglich ein Teil des Dekanats «Walgau»2 und kam erst 1370 zum Dekanat «unter der Landquart».:i Die Entwicklnug Liechtensteins zu einem Landesvikariat ging ohne einen spezifischen Erlass vor sich.4 1717 wurde Liechtenstein dem Ka- pitel Walgau angeschlossen, welches den Churer Bistumsteil in Vor- arlberg umfasste.5 1816 wurden die Gebiete Tirol und Vorarlberg vom Bistum Chur getrennt und unter die Diözese Brixen gestellt.fi Liechten- stein existierte als Rest des drusianischen Kapitels weiter und wurde ohne weitere Umstände zum «bischöflichen Landesvikariat» umge- tauft." Kapitelstatuten wurden erst 1848 aufgestellt und 1850 vom Bischof genehmigt.8 Ursprünglich bestanden im Lande nur die sechs Pfarreien Balzers, Triesen, Schaan, Bendern, Eschen und Mauren. Erst in jüngerer Zeit verselbständigten sich einige Gemeinden.9 Die Kollaturrechte in den einzelnen Pfarreien waren recht ver- schieden. In Balzers übte Österreich seit 1314 die Kollatur und verblieb in deren Besitz, bis sie 1824 durch Kauf an die Gemeinde Balzers über- 1 Frommelt, 211. 2 cf. Historischer Atlas der Schweiz, Aarau 1958, Karte 13. 3 Poeschel, 13. 4 Malin, 62. 5 Frommelt, Helv. Chrisi. I, 212. 6 Poeschel, 13. 7 1819 erschien erstmals der Titel «vicarius Episcop. per districtem Princi- patus Liechtensteiniani»; 1821 wurde der Titel «bischöfliches Landesvika- riat» eingeführt, welcher bis heute beibehalten wurde, cf. Frommelt, 214. 8 cf. Marxer, Priesterkapitel, 61 ff. 9 Frommelt, 
212. — Abgetrennt wurden Triesenberg 1768 (vorher bei Trie- sen), Vaduz 1873 (vorher bei Schaan, seit 1842 Kuratie), Ruggell 1873 (vor- her bei Bendern), Schellenberg 1882 (vorher bei Bendern). 123
        

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