sie selbst kaum über das nötigste verfügten.78 Auch nahm «die Riesen- arbeit der nun herzustellenden Rheindämmung die Volkskraft zum Nachtheile des Landbaues und Erwerbs bis zur Erschöpfung in An- spruch».79 Alois traf sofort Anordnungen für die von der Überschwemmung Geschädigten.80 Zur Abhilfe der augenblicklichen Not wurde das Ober- amt ermächtigt, Vorschüsse auszugeben. Die Überschüsse aus den Zoll- und Weggeldern wurden frei gemacht für die bevorstehenden Wuhr- und Entwässerungsbauten. Ein Hilfsverein wurde gegründet, dem vor- läufig für drei Monate ein Betrag von je 
250.— fl. zugesichert wurde.81 Neben diesen Zuwendungen von Seiten des Fürsten und auch von Be- amten der Hofkanzlei,82 ging sogar vom Bundesgesandten v. Holzhau- sen eine Spende von 
50.— fl. ein.83 Das Rentamt wurde angewiesen, die Eintreibungen der Forderungen für dieses Jahr von den Geschädig- ten zurückzustellen. Der Bundesgesandte wurde instruiert, beim Bund zu erwirken versuchen, dass die für dieses Jahr vorgesehene Militär- inspektion verschoben werde. Fürst Alois intervenierte auch in Öster- reich, um eine provisorische Aufhebung des erhöhten Getreideausfuhr- zolls zu erlangen.84 Österreich erteilte die gnädigste Erlaubnis, dass 78 1. c. 79 1. c. Der Bericht schildert die erschütternden Zustände, die noch verschlim- mert wurden durch die grosse Armut des Landes, das sich aus eigener Kraft kaum mehr erholen konnte, «indem die immer noch offenen Wun- den alter Kriegserlittenheiten, eine Reihe von Missjahren der Feldfrüchte als die fast ausschliessliche Nahrquelle, der gänzliche Mangel an besserer Industrie und die Ungunst der komerziellen Verhältnisse dem Ausland gegenüber die stiefmütterliche Natur des Landterrains ... an keinen Wohl- stand, an keine Selbsthilfe in so unglücklichen Zeiten denken lassen». 80 Schädler, Urkundensammlung, Nr. 261, 25. Juli 1846; OA an die Gemeinden. 81 HKW H 1611, 1, 18. Aug. 1846; Carigiet an Holzhausen. Der Wirtschaftsrat M. Kraupa war Mitglied des Hilfsvereins. 82 1. c. 83 1. c. v. Holzhausen wurde ebenfalls gebeten, dem Hilfsverein beizutreten, um «im Bereich des deutschen Bundes oder wo immer günstige Aussichten sich zeigen, Einladungen zu mildtätigen Beiträgen zu Gunsten unserer Be- drängten» vorzunehmen. — Aus dem In- und Auslande gingen 10 000.— fl. an Hilfsgeldern ein, davon 4000.— fl. von der fürstl. Familie, cf. K/B 579. 84 1. c, 9. Dez. 1846. Der erhöhte Ausfuhrzoll für Getreide war gegen die Schweiz erhoben worden, wurde aber auch gegenüber Liechtenstein ange- wendet. 115
        

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