machte und um «diesfällige Abhilfe» ersuchte;63 die Strassen wurden sogar in einigen Teilen mit «Rinnsalen» verglichen.64 Auch die Wuhr- bauten am Rhein wurden als ungenügend «und höchst gefahrdrohend» hingestellt.65 Die k. k. Hofkanzlei erklärte sich sogar bereit, dem Ober- amt «geschickte und zuverlässige technische Beamte» zur Verfügung zu stellen.66 Die Hofkanzlei entschuldigte sich wegen des schlechten Strassenzustandes, der durch ungewöhnliche Regengüsse herbeigeführt worden sei.67 Der Spiess wurde auch gleich umgedreht und Österreich darauf aufmerksam gemacht, dass auch dort Unterbrechungen der Ver- bindungsmittel vorgekommen seien; im übrigen entschuldigte man sich mit der Armut des Landes, das durch die Beiträge zum Deutschen Bund schon überlastet sei und durch die Arbeiten am Rhein und den Rüfen, welche beide eine grosse Gefahr für das Land darstellten und der Bevölkerung viel an Arbeit und Geld kosteten.68 Dieses Interesse Österreichs an einem guten Strassenzustand in Liechtenstein mag Alois veranlasst haben, auf diesen Punkt sein besonderes Augenmerk zu lenken. Auch dem Bischof in Chur stattete Fürst Alois einen kurzen Besuch ab.69 Der Grund zu diesem Abstecher nach Graubünden waren die Ver- handlungen wegen der kirchlichen Trennung von Vaduz und Schaan. Beim Volk selbst rief die Anwesenheit des Landesfürsten grosse Begeisterung hervor. Ein Volksfest wurde veranstaltet und Alois tanzte sogar mit den Schönen des Landes; Höhenfeur wurden entzündet und Böller abgeschossen.70 63 1. c. Österreich war besonders an guten Strassen interessiert, weil die Eil- wagen Innsbruck-Mailand durch das Gebiet von Liechtenstein fuhren. 64 1. c. 65 1. c. 66 1. c. 67 HHSTA, 8. Jan. 1847; HKW an geh. Haus- Hof- und Staatskanzlei. 68 1. c. 69 cf. unten S. 134. 70 cf. Büchel, J. B., Geschichte des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz, 1912,2 30 f.; Frick, A., Ansprache bei der 250 Jahrfeier des Unterlandes, JBL 49 (1949); 20. 113
        

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