vorgenommen werden könne; gleichzeitig versprach Alois, «reiflich zu untersuchen, wie die dem Nothstande meiner Fürstenthums Unter- thanen im Wege stehenden Übelstände bestens beseitigt werden kön- nen».48 Das im Vergleich zu Johann I. in einem sehr milden und gnä- digen Ton gehaltene Schreiben ist ein Beweis dafür, dass Fürst Alois gesonnen war, seinen Untertanen gegenüber Geduld zu üben und ih- nen nicht nur Befehle zu erteilen, sondern auch Begründungen dazu zu geben. So teilte er den Gemeinden mit, dass in bezug auf die Kon- tingentskosten eine Abänderung nicht in seiner Macht liege, sondern er seine Verpflichtungen gegenüber dem Deutschen Bund erfüllen müsse.49 Er werde aber, wie bisher, immer bestrebt sein, die Auslagen auf das möglichste zu beschränken.50 Ein neuer Ton zeigte sich auch in den Anweisungen an das Ober- amt, dem befohlen wurde, die Bittsteller «wohlwollend über die väter- liche Gesinnung Seiner Durchlaucht zu belehren und ihnen zu bedeu- ten, dass das Interesse des Landes und die auf selbe wahrhaft wohl- tätig wirkenden Massregeln fortan der Gegenstand der reiflichsten Prü- fungen seien, daher in ihrer succesiven Entwicklung mit Vertrauen und in Beruhigung zu erwarten»51 wären. Ähnliche Weisungen waren auch von Johann I. an die Untertanen gerichtet worden, doch waren sie dort immer von Drohungen mit Militäreinmarsch oder sonst «zu ergreifenden Massnahmen» begleitet worden. Bei Fürst Alois aber spürt man die ehrliche Absicht, die dahinter steckt. Er wollte wirklich helfen und überholte Einrichtungen abschaffen oder verbessern. Auch seine Besuche im Land zeigen Interesse an den Problemen der Bevölkerung. Das Land selbst kannte er schon von seinem ersten Aufenthalt im Jahr 1818.52 Der vom Volk erwartete und oft gewünschte Besuch des Fürsten fand vom 30. Juli bis 3. August 1842 statt,53 womit zum erstenmal seit Bestehen des Fürstentums ein regierender Fürst das 48 I.e. 49 I.e. 50 1. c. 51 1. c. 52 cf. oben S. 47. 53 LRA NR 73/30, 13. Aug. 1842; Bericht des OA. Die Ankunft war schon auf den 28. und 29. Juli angekündigt worden. In der Begleitung des Fürsten befanden sich Wirtschaftsrat M. Kraupa und Hofsekretär Dr. K. Mayer. 111
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.