nach Wien abzuhalten, da die Kosten dafür zu hoch seien.26 Es wurde aber gleich die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass sich die Unter- tanen um dieses Verbot nicht kümmern könnten, weshalb der Fürst verordnete: «Wenn sie dennoch erscheinen sind ihre Anliegen in un- entgeltliche Protokolle aufzunehmen».27 Der eventuelle Ungehorsam der Untertanen wurde schon im vornherein gebilligt. 1840 hatten die Gemeinden eine Petition vorbereitet, die sie dem Fürsten bei seinem Besuch unterbreiten wollten.28 Da nun auch dieses Jahr die Reise von Alois nach Liechtenstein verschoben wurde, gelang- ten die Gemeinden erneut mit der Bitte an den Fürsten, eine Deputation nach Wien senden zu dürfen, welche die bereits vorbereiteten Punkte unterbreiten sollte.29 Als Deputierte waren Peter Kaiser,30 Postmeister Wolfinger31 aus Balzers und Löwenwirt Rheinberger32 von Vaduz ge- wählt worden. «Um nicht ungnädig aufgenommen zu werden», fragten sie Fürst Alois um Erlaubnis, in Wien vorsprechen zu dürfen.33 Von Wien kam die verlangte Bewilligung, wenn der Fürst nicht bis zum 1. Juli nach Liechtenstein komme.34 Durch die vielen Verschiebungen 26 HKW 6087/1838, 2. Juli 1838; HKW an OA. 27 I.e. 28 LRA NR 69/14, 16. Okt. 1840; OA an Fürst. 29 1. c. 30 Peter Kaiser war zu dieser Zeit Rektor in Disentis. cf. unten S. 169, Anm. 113. 31 Postmeister Josef Ferdinand Wolfinger. (1800-1876) Posthalter und Wirt zum Rössle in Balzers. cf. Müller, Charakteristik, 103, Anm. 7. 32 Josef Anton Rheinberger. (1801 — 1846) Advokat und Löwenwirt zu Vaduz. Seine Tochter Theresia vermählte sich 1863 mit Hauptmann Peter Rhein- berger. (Mitteilung von Rob. Allgäuer, Archivar, Vaduz). 33 LRA NR 69/14, 16. Okt. 1840 OA an Fürst. 34 1. c, 27. Okt. 1840; HKW an OA. — Am 19. April 1840 teilte P. Kaiser dem Präsidenten des kath. Schulrates in Chur, Alois de Latour, mit, dass er (Kaiser) von Vaduz die Nachricht bekommen habe, Fürst Alois treffe im Laufe des Monats Mai in Vaduz ein. Er (Kaiser) werde nun aufgefordert, «als Anwald und Sprecher der Gemeinden» nach Liechtenstein zu kommen, da sie viele Anliegen hätten, «die sie mündlich und schriftlich dargestellt wissen wollten». (Fotokopie des Briefes, von Rob. Allgäuer freundlicher- weise zur Verfügung gestellt). 107
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.