Pflicht als auf Uns vererbt betrachten».18Für sechs Monate wurde Trauer angeordnet.19 Vier Wochen durfte kein Tanz stattfinden; öffent- liche Zeugnisse und Eingaben waren während dieser Zeit mit einem schwarzen Siegel zu versehen. Unter die ärmsten Familien des Landes wurden 500.— fl. verteilt. Schon zu diesem Zeitpunkt äusserte Fürst Alois, dass er die Absicht habe, persönlich das Land zu besuchen.20 Fürst Alois II. (1796—1858) war charakterlich sehr verschieden von seinem Vater. War Johann ein Soldat durch und durch,21 so zeigte sich Alois mehr an wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Fragen interessiert.22 Er war ehrlich bemüht, den Anliegen des Volkes entge- genzukommen. Unter seiner Regierung konnte sich das Land allmäh- lich von den «schweren Folgen der vorangegangenen Kriegsjahre» er- holen.23 Verbesserungen in sozialer, gesetzgeberischer und verfassungs- rechtlicher Hinsicht sind die Merkmale seiner Regierungszeit. Im Huldigungsakt der Gemeindevertretungen Liechtensteins24 wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass der Fürst das Land besuchen werde, um die Bedürfnisse und Anliegen der Bevölkerung kennen zu lernen. In seinem Antwortschreiben25 versprach Alois, diesen Wunsch zu er- füllen und ermahnte gleichzeitig seine Beamten, ihn würdig zu vertreten. Die Hoffnung der Bevölkerung auf einen Landesbesuch des Fürsten wurde in den nächsten Jahren allerdings noch nicht erfüllt, obwohl fast jährlich ein solcher versprochen wurde. Da sich die persönliche Besichtigung des Landes durch den Fürsten immer wieder hinausschob, wurde von der Bevölkerung offenbar schon 1838 der Plan gefasst, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und eine Delegation nach Wien zu senden, um beim Fürsten vorzusprechen. Von der Hofkanzlei kam nämlich im Juli 1838 die Weisung, die Unterthanen von einer Reise 18 1. c. 19 LRA NR 50/9, 7. Mai 1836; HKW an OA. 20 1. c. 21 Malin, 31. 22 Metternich, Denkwürdigkeiten II, 490, Anm. 26; «Schon seit 1827 war er (Alois II) wegen seiner regen landwirtschaftlichen Bestrebungen geschätzt». 23 In der Maur, Gründung, 34. 24 Schädler, Urkundensammlung, Nr. 244, 26. Mai 1836. 25 1. c. Nr. 245. 2. Aug. 1836. 106
        

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