Die letzten fünfzig Jahre haben im Leben des Menschen mehr Än- derungen gebracht als Jahrhunderte vorher. Die Industrialisierung und Technisierung vollzieht sich mit zuneh- mender Beschleunigung. Sie haben ihre Rückwirkungen auf die Le- bensgestaltung. Arbeitsvorgänge, die seit Generationen selbstverständlich zum täg- lichen Leben gehörten, werden in kurzer Zeit vergessen sein. So werden sich auch die Lebensbedingungen, die mit dem bäuerlichen Handwerk verknüpft sind, in nächster Zukunft schon einer Untersuchung entzie- hen. Die Erforschung von Siedlungsform und Hausbau, Nahrung und Kleidung, Sitte und Brauch, Musik, Gesang und Sprache versucht, ein abgerundetes Bild der Kultur eines Volkes zu vermitteln. Handwerk und Gewerbe spiegeln Tradition und Lebensverhältnisse besonders deutlich. Ihre Betrachtung ist daher geeignet, uns Aufschluss über den Menschen und seine Umwelt zu geben. Wenn wir also aus der grossen Zahl der Erscheinungen eine einzige herausgreifen und uns mit den aussterbenden Berufen beschäftigen, dann wollen wir damit nur einen Strich zur komplexen Zeichnung des liechtensteinischen Volkslebens beitragen.1 Der Rechenmacher Philipp Jakob Gantner, geb. 1860, der Rechenmacher von Planken, übte auch den Beruf eines Zimmermannes aus. Bevor er einen eigenen Hausstand gründete, arbeitet er im Ausland, worüber sein Gesellen- büchlein, das leider verloren ging, Auskunft gab. Schon zu ledigen Zeiten hatte er zusammen mit seinem Bruder Eduard, der Schuhmacher war, eine Werstätte eingerichtet. Wo er das Rechenmachen gelernt hat, ist nicht bekannt. Zum Werkstoff Holz hat der Bauer an sich die engste 1 Uber aussterbende Berufe: Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde, Reihe: Sterbendes Handwerk, bis jetzt Heft 1 — 
20. — In Heft 4 ist der Beruf des Holzschuhmachers beschrieben, dessen letzter Vertreter Jakob Büchel in Ruggell sein Handwerk ausübt. — Siehe auch: Schweizer Volkskunde, 53. Jg., 3, Basel 1963. Der Arbeitsvorgang des Holzschuhmachens wurde im Auftrag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde verfilmt. — Dreharbeiten: Ingenieur H. Heer, Zollikon. 105
        

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