springende Mauersockel ein einst höheres Fussbodenniveau erkennen, das annähernd mit dem unteren Abschluss der Nischen überein- stimmte. Gleich wie in Triesen schliesst die Nische mit einem flachen Segmentbogen. Die heutige Überhöhung der Reste der Stipes geht auf eine spätere Zeit zurück, als die Seitenaltäre bereits abgebrochen waren und die nun übrig gebliebenen Nischensimse anderen Zwecken dienten. Die Anlage der Nischen fällt wohl auch ins 16. Jhdt., da die Schiffs- wände aus der Zeit zwischen 1499 und 1530/40 (Fresken) stammen und 1640 von drei Altären gesprochen wird (zwei davon Seitenaltäre), deren Aufsätze damals schon als alt bezeichnet werden.17 Eine Parallele zu den beiden Liechtensteiner Fällen bietet das Nen- zinger Filialkirchlein in Beschling, geweiht St. Julius und Ottilia. Die Kirche, bereits 1379 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt nach 1470 einen neuen gotischen Choranbau. Entgegen der allgemeinen Ansicht sind grosse Teile des Schiffmauerwerkes wesentlich älter und in diesen finden sich auch zwei jedoch in Form völlig voneinander verschiedene Nischen, so dass sich auch an ein unterschiedliches Alter denken Hesse. Der heutige Chorbogen mit seinen weit vorspringenden Scheidmauern aus der Zeit des Chorneubaues nach 1470 hätte nie Anlass zu einem Nischeneinbruch gegeben, um damit für den Altartisch Platz zu gewin- nen. Die belassenen Nischen stammen also aus einer Zeit vor 1470, als einer wohl ehemalig halbrunden romanischen Apsis eine viel kleinere Scheidmauer entsprach. Auffallend ist die Verschiedenheit der Form der beiden Nischen. Auf der Evangelienseite liegt der Altar in einem einhüftigen Segment- bogen (Maximalhöhe 340 cm), das Gegenüber ist ein langgezogenes Rechteck (200 x 410 cm) mit Segmentbogenabschluss. Der heutige Kirchturm in Triesen am Zusammenstoss von Schiff und Chor ist trotz seines «romanischen» Aussehens eine Schöpfung aus dem Barock. Er ist daher auch an das Kirchenschiff angesetzt. Von des- sen Südostecke ragt im ersten Obergeschoss der Ansatz eines «Bogens» in den Turm hervor, den Poeschel als den untersten Rest eines Glocken- joches bezeichnet, das dem viel niedrigeren romanischen Erstbau an- gehörte. 17 Poeschel, E., Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, S. 93. 81
        

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