von Padua, des Schutzheiligen gegen Seuchen befand?13 Der alten eng- lischen und skandinavischen Überlieferung gemäss, hatten die besagten Öffnungen jedenfalls diese Funktion und sind als sogenannte «Aus- sätzigenfenster» in die Fachsprache eingegangen.14 Ob man hier auch Beichte gehört hat und das Abendmal hinausreichte, sei dahingestellt. Dass man letzteres, wie dies in Triesen der Fall gewesen sein könnte, auch einer stehenden Person verabreichte, widersprach nicht den kirch- lichen Regeln. Die Praxis, das Brot kniend zu sich zu nehmen, ist näm- lich ein Brauch, der sich erst zwischen dem 11. und 16. Jhdt. und nur allmählich durchgesetzt hat.15 Eine interessante architektonische Wandgliederung ist die zwischen Scheidmauer und romanischem Fenster liegende nach unten gegenüber dem einst dazugehörigen höheren Fussbodenniveau um 26 bis 27 cm erhöht abschliessende Mauernische. Da durch ihren Einbruch ein Teil der Fresken zerstört worden ist, ist sie jünger als diese und hängt wohl ziemlich genau datierbar mit der Aufstellung eines Seitenaltares im Jahre 1513 zusammen. Weil ein an die Scheidmauer angelehnter Altar jedoch nur ca 40 cm Länge betragen und ein Herausragen eines noch so kleinen Altares über die Scheidmauer störend gewirkt hätte, erweiterte man stattdessen die Mensafläche durch Ausbrechen des Mauerwerkes um 24 cm. Der Seitenaltar hatte nun zwar die Gesamt- länge von 64 cm, war aber, wie auch das Visitationsprotokoll von 1640 bezeugt, immer noch «klein».10 Zur Unterbringung liturgischer Geräte diente die quadratische Wandnische mit den Massen 23x21 cm. Die Mensa von 1513 bestand, wie sich noch erkennen lässt, aus einer Schie- ferplatte, hatte die Tiefe von 80 cm und lag in einer Höhe von 100 cm. Ähnliche Seitenaltarnischen, die also zu einer Vergrösserung der Altarfläche ausgebrochen worden sind, kennen wir auch aus St. Peter in Schaan, wo sie jedoch auf beiden Schiffseiten in Erscheinung treten. Deutlich lässt auch hier der auf der Südseite des Schiffes schwach vor- 13 Seger, O., Die Altarbilder der Kapelle Unserer Lieben Frau zu Triesen, Jahrb. d. Hist. Ver. f. d. Fürstent. Liechtenstein, Bd. 60, 1960, S. 164, 168. 14 Högberg, F., Medeltida absidkyrkor i norden, absidfönster, Västergötland Fornminnesförenings Tidskrift, H. 5, 1965, S. 103 - 107. 15 Jungmann, J. A., Bd. 2, S. 456. 16 Poeschel, E., Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, S. 133. 80
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.