der Keller mit seinen tiefer reichenden Mauern errichtet und nach sei- ner Fertigstellung die Apsis angefügt.5 Wie nach Untersuchungen am Scheidmauerwerk festgestellt werden konnte, bestand dieses auf der Epistelseite aus zwei verschieden alten Partien, wovon die ältere, mit dem Mauerwerk der Südwand des Schif- fes in Verbund stehende, zum Erstbau gehört haben muss (Abb. 1 rechts). Als ein schwieriges baugeschichtliches aber auch funktionelles Pro- blem gestaltet sich das Vorhandensein zweier Keller. Der nach Osten orientierte Kellerraum I mit den Innenmassen 5,5 x 7,5 m entspricht der darüberliegenden Grundfläche des zum Erstbau gehörigen Schiffes (Abb. 2). Jener, einst mit einem durchgehenden W- O gedeckten Tonnen- gewölbe versehene Keller wurde bei der Tieferlegung des Fussboden- niveaus bei Anlass des Neubaues 1653/54 zerstört. Die noch seitlich sichtbaren Gewölbeansätze sind auf Schalung gemauert und lassen da- her auch schwerlich etwa einen nachkirchlichen Gewölbeeinbau erklä- ren. Das Nord-, Süd- und an den abgegrabenen Boden angesetzte Ost- mauerwerk besteht überwiegend aus rotem Buntsandstein. Die Fugen sind mit kieselig gerolltem Mörtel gut verstrichen. Der Boden ist mit einer die ursprünglichen Verhältnisse verdeckenden, ungleich starken Kalkschicht bedeckt, was auf die Lagerung von Kalk und seine Auf- bereitung beim Neubau der Kirche 1653 hinweist. Ein O-W gerichteter Sondierungsgraben entlang der Südwand brachte keine archäologischen Ergebnisse (Abb. 3). Der Eingang erfolgte von Norden im Anschluss an die N-W Ecke des Erstbaues und zwar über zwei Steinschwellen. Bei- derseits vorspringende Tuffpfosten bildeten den Anschlag der sich nach innen öffnenden Türe (Abb. 4). Im aufgehenden Gemäuer des Keller- raumes I lassen sich nirgends strukturelle Unterschiede erkennen und vor allem nicht an der für die Datierung wichtigen Südwand, die da- rauf schliessen Hessen, Keller und Kirche seien zu verschiedenen Zeiten errichtet worden. Besondere Beachtung muss der Westwand beigemessen werden. Ob- wohl sie mit der Südwand im Verbund gemauert ist, fällt in den mitt- leren Teilen die gegenüber dem früher beschriebenen Mauerwerk rela- tiv starke Unregelmässigkeit in der Schichtung und die Verwendung 5 Sennhauser, H. R., Grabungsbefund vom 12. 8. 1964, Manuskript. 72
        

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