In den Zwanzigerjahren des 17. Jahrh. kam es aus Gründen der Baufälligkeit zum Abbruch der Kirche. 1623 werden zu diesem Zweck die ersten Geldsammlungen durchgeführt. Nach der 1653 erteilten Bau- bewilligung zum Neubau erfolgt ein Jahr später die feierliche Einwei- hung der Kirche und Konsekration dreier Altäre, je zwei an der Scheid- mauer zum Schiff, ferner die Erstellung eines Turmes. Unter den Bedin- gungen zum Neubau finden wir die Bestimmung: «Sollent aber den alten Keller, welcher dem Gebäude mehr ein Zird alss Hindernuss stehen lassen und das Gebeute darauff setzen». 1721 droht Fürstbischof Ulrich VII mit der Schliessung der Kapelle, falls diese nicht im Inneren in besseren Stand gesetzt werde. Vermutlich im Zusammenhang mit Verbesserungsarbeiten wurde 1730 ein nicht fundierter Altar des hl. Jo- hannes von Nepomuk entfernt. 1964 kam es zu den Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten unter Museumsdirektor David Beck. Baubeschreibung Der heute bestehende polygonale Chor stammt nachweislich aus der letzten Bauperiode der Jahre 1653/54. Der dreiseitige Chorabschluss ruht jedoch auf einem in den Chorraum vorspringenden Rundsockel, den Poeschel als die Reste der Fundamente einer früheren halbkreis- förmigen Apsis deutete3 (Abb. 1). Da die dazu gehörigen äusseren Scheid- maueransätze zumindest denjenigen des Barockneubaues entsprochen haben müssten, wäre analog dazu auch ein Schiff in der Grundflächen- grössenordnung des heutigen zu erwarten. Auf den ersten Blick scheint sich diese Annahme dadurch zu bestätigen, dass unter dem barocken Mauerwerk der gesamten, Nord- West- und Südfront des den Bau gegen Westen abschliessenden Kellers II älteres Mauerwerk ersichtlich ist. Was jedoch gegen diese Annahme spricht, ist einmal das starke unsym- metrische Vorspringen der nördlichen Grundmauern des Kellers II bis zum nördlichen Kellereingang und das Fehlen eines analogen Mauer- fortsatzes unter dem restlichen Teil der barocken Nordwand, also zwi- schen Kellertüre und Chor. Siehe Grundrissplan ! 3 Eine Baufuge zwischen dem Mauerwerk des Sockels und dem Darüberlie- genden ist zwar deutlich ersichtlich, jedoch kein Unterschied in den Struk- turen der beiden Mauerpartien. 69
        

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