gehegtem Eifer dergestalten patriotisch abgeholfen worden, dass er dem- selben zweimal hundert und fünfzig tausend Gulden baren Geldes ohne Zins gutmütig vorgeschossen». Zwar habe der schwäbische Kreis die Aufnahme in den Reichsfürstenrat befürwortet, aber da «die her- geschossenen Gelder allein nicht zulänglich erachten wollen, die Reichs- fürstenstandschaft darauf zu gründen», habe er die Grafschaft Vaduz dazugekauft, sei aber dann plötzlich gestorben und habe sein Vorhaben nicht ausführen können. Aus diesem Textteil können wir erkennen, was aus den Akten nicht hervorgeht: Der Reichstag hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Herrschaft Schellenberg nicht selbständig gewesen und nur als ein Teil der Grafschaft Vaduz anzusehen ist. Die Erben des Fürsten Hans Adam (die Söhne des Fürsten Philipp Erasmus: Josef Wenzel, Emanuel und Johann Anton) seien «nicht bei solchem Vermögen, dass sie die Würde und Ansehen eines regierenden unmittelbaren Reichsfürsten mit Nachdruck führen und aus ihren Gü- tern die fürstenmässigen Reichsbeschwerden und -anlagen würden be- streiten können, herengegen aber die erstgeborene Linie von Gott mit weit erträglicheren ansehnlichen Herzogtümern und Herrschaften der- massen gesegnet, dass sie nicht allein die unmittelbare Reichsstand- schaft mit Ehren behaupten, sondern auch zu denen bereits zugegen seienden noch mehrere Herrschaften an sich zu bringen können». Der Kaiser verweist dann auf den Tauschvertrag zwischen Fürst Anton Florian und Fürst Wenzel, auf Grund dessen Fürst Anton Florian Vaduz und Schellenberg übernommen hat. Die Bitte des Fürsten wird wie folgt wiedergegeben: «Und uns dem- nach Seiner Liebden gehorsamst angelangt und gebeten, wir ihro zu ihrem gesamten Fürstenhauses wahren Aufnehmens und ewigen Ange- denken für ihre segnende kaiserliche sonderbare Gnade, ihnen auch diese besondere kaiserliche Milde zu erteilen und obbedachte beide freie Reichs- Graf- und Herrschaften Vadutz und Schellenberg zusam- men in ein Fürstentum unter dem Namen des Fürstentums Liechten- stein allergnädigst zu erheben, auch das Schloss und Markt Vadutz mit eben diesem Namen zu begnadigen». Fürst Anton Florian beantragt auch die Übertragung des Namens des mährischen Fürstentums Liech- tenstein auf das neue Fürstentum. Es ist interessant, dass er auch bittet, etwa noch im schwäbischen Kreis, in der Schweiz oder Graubünden freiwerdende Herrschaften, 44
        

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